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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 2 · p. Seite 170

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 2
Article
Die Judenheit und das Judenthum
Date
1837-01-01
Page
Seite 170 (sequence 10)
Language
German
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170 I. Die Judenheit und das Judenthum. Geiste des Judenthums und Zeitgemäßheit zu prüfen ist. Dieß ist der Schritt, zu welchem die Zeit drangt; dieß der Schritt, welcher das Judenthum wahrhaft fördern könnte. Es ist nicht mehr an der Zeit, mit Halbheiten und Annäherungsversuchen sich zu begnügen. Die Kluft zwischen Dem, was dem Aeußern nach besteht, und Dem, was im Innern seinen Bestand hat, ist zu groß, als daß sie auf klüglich« Weise ausgefüllt werden könnte; muthig diesen Schritt gewagt, schließt sich das Ganze ab, und das Leben ist mit dem religiösen Bekenntnisse in Eintracht gesetzt. Was zögert ihr noch lange, ihr Männer Israels? Wollt ihr noch immer in verderblicher Lauheit diesen unheimlichen Zwiespalt ertragen? Wollt ihr noch ferner in Gegenwart eurer Kinder eurer Religion — denn das Bestehende bleibt eure Religion, so lange ihr euch nicht darüber ausgesprochen — spotten oder wenigstens dieselbe factisch verletzen? Wollt ihr noch immer zu den Bekennen: einer Religion gezählt werden, welche längst in dieser Gestalt nicht mehr in euerem Herzen lebet? Wollt ihr noch nicht den zürnenden Schatten Moses versöhnen, immer nur den Blick auf äußere Erweiterung, nicht auf innern Ausbau gerichtet haben? Wollt ihr den Borwurf der Gleichgültigkeit, des treulosen Abfalles verdienen? Wollt ihr wirklich die Zeit für euch wirken lassen und nicht selbst für die Zeit wirken? Ueberall, wo nur eine größere Anzahl intelligenter Laien sich zusammen findet, müssen sie, um dem eigenen Drange zu genügen, in Vereinigung sich kräftig in diesem Sinne aussprechen. Das ist kein Schisma, ebensowenig wie die Trennung in Supernaturaliften und Rationalisten in der evangelischen Kirche. Die Wissenschaft und die immer zu größerer Klarheit sich steigernde und weiteren Raum gewinnende Erkenntnis; wird schon diesen Zwiespalt ausgleichen; aber fürs Erste müssen die Ansichten sich bestimmt

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