Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Judenheit und das Judenthum
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 7)
- Language
- German
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I«7 Bedenken eines Laien. Zustimmung, wenigstens Ausgleichung mit den älteren Autoritäten buhlt. Diese Nothwendigkeit einer durchgreifenden Reinigung und einer Feststellung des wahren Judenthums entgeht nun freilich vielen Verständigen und Redlichen nicht, nur glaubt man eine solche Forderung an die Rabbiner stellen zu muffen. Die Kenner und Lehrer der Religion haben zuerst und zunächst einer derartigen Sonderung, Hinwegräumung und Begründung ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden, und für ihre so vielfach von der Vorzeit abweichenden Gesinnungen sollten sie ein durchgebildetes System aufstellen. — Diese Forderung ist gewiß nicht gänzlich abzuweisen, und vielleicht möchte auch eine sorgfältige Erwägung zeigen, daß von den Rabbinern nicht allen Erwartungen entsprochen wird, die man von ihnen zu hegen berechtigt ist. Nur verkenne ich auch ihre schwierige Stellung nicht. Gemeinden gegenüber, welche eine so seltsame Mischung darbieten, und bei deren einem Theile eine jede selbst ganz unverfängliche vernünftige Aeußerung mächtigen Anstoß erregt; in dem Streben, das ihnen von allen Seiten her auferlegt wird, sich das Zutrauen aller Klassen — die Bedingung einer irgend gesegneten Wirksamkeit — zu erwerben , wodurch dann selbst bei den Einsichtsvolleren ein jedes freisinnige Wort als Unvorsichtigkeit bezeichnet wird, müssen sie zaghast, mit überallhin gekehrtem Gesichte/ in halben, zweideutigen Maßregeln sich bewegen. Ist es ja auch nach dem jetzigen Stande unserer Religion der Art, daß eine jede nur irgend abweichende Meinung von so bedeutsamem Erfolge auf die Ausübung alle Schritte des Lebens begleitender religiöser Cercmonien ist, so daß einerseits ein rückhaltloser Ansspruch sogleich die Befangenen aufschreckt, andererseits aber auch ein jeder Nichtthevloge — nicht wie bei metaphysischen Fragen, die er, als außer seinem Gesichtskreise liegend, abweisen kann — sich aufgefordert fühlen muß, sich darüber in's Klare zu setzen und die Ausübung