Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Judenheit und das Judenthum
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Bedenken eines Laien. 163 Judenheit zu verbreiten, da ja derselbe für gut genug betrachtet wird, daß, wenn er auch »»geändert bliebe, die bürgerliche Gleichstellung — das wichtigste Ziel — zu erfolgen habe, wodurch man eine jede innere Gestaltung ruhig dem selbständigen Entwicklungsgänge der Zeit überlassenzu dürfen glaubte — d. h. also: entweder der völligen Unthätigkeit oder der Wirksamkeit Anderer in der Zeit, denn die abstrakte Zeit für sich wirkt Nichts. Daher aber stellt sich auch als höchst betrübende Erscheinung dar eine gewisse Gleichgültigkeit, wenigstens Unthätigkeit, mit welchen man sich gegen innere Reformen verhält, die Selbsttäuschung, mit der man sich entweder einredet, es käme auf die Angemessenheit der religiösen Verhältnisse — die Bedingung eines jeden humanen Lebens — gar nicht mehr an, wenn nur einmal die Anerkennung des Staates — die aber noch nicht die wichtigere Anerkennung von Seiten der öffentlichen Meinung einschließt — erlangt sey, oder es sei das dem Verständigen Anstößige schon völlig geschwunden. Denn, daß ich es mit einem Worte sage, die Judenheit ist fortgeschritten, das Juden thum ist still gestanden. Soviel auch in den Ansichten einer bedeutenden Anzahl unter den Juden sich geändert hat, so wenig ist dadurch mit der Religion, zu der sich dieselben — wenigstens ihrer äußern Stellung nach — bekennen, irgend eine Umgestaltung vorgegangen. Es mag wohl Manche geben, die bei ihrem theilweisen Lossagen vom Herkömmlichen, bei ihrem Aufgeben particularistischer Meinungen, die richtige Ueberzeugung in sich tragen, hiemit gerade im Sinne des reinen Judenthums zu handeln; aber ohne den bestimmten Ausspruch, was für reines Judenthum zu halten sey, und was als mißbräuchliche Zuthat, als äußere zeitliche Hülle des kräftigen, nun die Verpuppung nothwendig durchbrechenden Geistes, bleibt die Religion im Allgemeinen in ihrer Verunstaltung. Immer wird noch unter dem Juden-