Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 1
- Article
- Baiern [Nachricht]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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130 Nachrichten. Versammlung des Nezatkreises, zunächst von v. Lvwi repräsentirt, während Hamburger und seine zahlreichen Anhänger von einem Persönlichen Messias und von einer Wiederherstellung des jüdischen Reiches wissen wollten, Zweitens fragte cs sich nach Quelle, Gewicht und Werth der Tradition im Allgemeinen und des Thalmuds insbesondere. Hier waren die Meinungen schroff getheilt. Die Obermain kreiser Rabbiner erklärten die Mischnah, und auch diese mir zum Theilc für Quelle der Tradition, spätere Anordnungen der Rabbinen — den zweite» Festtag, rabbinische Speisegesetze rc.— für Mshebbar, während die mos. Ceremonialgesche nur bei Lebensgefahr, Gefahr für die ganze Religion, Collisivnsfällcn mit Staats- und Moralpflichten fnspendirt werden dürften. Zn Ansbach und München räumte man dem Thalmud schon mehr Gewicht ein, und doch lief cs nicht ohne Divergenz ab. Die Erklärung, die rabbinische» Bestimmungen haben mit den rein mosaischen keine gleiche Heiligkeit, von Lvwi und seinem Anhänge angenommen, wurde von Hamburger bekämpft. Ebenso sollen die Oberdonaukreiscr Thalmud und Schnlchanaruch geheiligt und Anordnungen der Rahbincn für unantastbar erklärt haben. Die Fragen 3 und 6 wurden in Baireuth mit allgemeinem Gelächter empfangen und — abgewiesen. , Frage 7 wurde dahin beantwortet, daß solche Stellen wirklich vorhanden gewesen, aber bereits in. früherer Zeit ausgemerzt worden seien. DerZusatzzu Frage 5 erregte Heiterkeit,in der Versammlung. Frage 8 wurde dahin beantwortet, daß die Israeliten keine rosürvntio inentnli» kennen und ebensowenig von einem Eide wissen, welchen man Andersglaulbenden zu halten nicht schuldig ,sei; im Gegentheile seien sie ver- Pflichtet, denselben auch gegen Heiden zu erfüllen. Die Antwort auf die Frage über den Messias hatte zur Folge, daß die Entfernung aller Stellen aus dem Gebete, welche nicht in dem angegebene» ideellen Sinne zu denken seien, beantragt, zugleich aber die Verwahrung dagegen eingelegt wurde, als erkenne die Versammlung in der Emancipation die Erfüllung der messianischcn Hoffnungen. — Ueber Frage 16 entstanden viele Debatten. Angenommen wurde, der Thalmud solle als Quelle bleiben; Manche wollten, die Casuistm, namentlich die späteren, revidirt wissen,