Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 1
- Article
- Chaldäische Sprache und Litteratur [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 2)
- Language
- German
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104 Re c e n s i o ne n. schiebung nicht etwa blos in der Gleichgültigkeit gegen Sprachkunde und Kritik, die sich der Juden, denen am Meisten die Beachtung des Chalv. oblag, bemächtigt hat sNr. 1. S. 88), sondern auch zum großen Theile in der Schwierigkeit, welche die gramm. Behandlung dieser Schriften darbot. x Schon zur ersten Zeit seines Auftretens in der Litteratur zersetzt mit hebräischen, persischen und griechischen Bestandthcilen und Eigenthümlichkeiten, hat das Chaldäische sich zu keiner Zeit zu einer selbstständigen Schriftsprache erheben können; in den älteren Thargumen, wo es am Reinsten ist, verhindert oft das Anschmiegen an den Text das freie Hervortreten der chaldaischen Eigenthümlichkeit, in den spätern sowie in der Gemara sinkt die Sprache zu einem Vulgäridiome, das, ohne Correctheit, Wort- und Formenmengcrei sich gefallen läßt-, verbunden mit den Eigenheiten, welche die kurze, abgerissene Discussionsweise der Gemara ihm aufvrückt. Rechnet inan hiezu noch, daß die Texte der Thargume wie der Gemara unpunctirt waren, und erstere zu einer Zeit die Vocalisation erhielten , wo selbst genaue hebräische Sprachkenntniß eine Seltenheit, das Erfassen der chald. Eigenchümlichkeit und das klare Bewußtsein von der Verschiedenheit zwischen derselben und der hebr. aber kaum zu erwarten war, und blos ein dürftiger Nachhall von Tradition aushelfen mußte: so läßt es sich leicht ermessen, wie schwierig eine vollkommene, nicht mechanische Aneignung dieses Dialektes sein mußte. — Es gebührt unstreitig Nathan ben Jechiel, dem Vers, des Aruch, das große Verdienst, für Erklärung der Wörter, sowohl durch Zusammenstellung der Stelle», woselbst sie Vorkommen, als auch durch die Angabe der traditionellen Bedeutungen, sehr Vieles geleistet zu haben; nicht geringer ist das