Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 7)
- Language
- German
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Salomon'ö Mose« 9? arbeitung des Textes und des Thema's zu einem untrennbaren Ganzen — eine nicht zu übersehende Forderung — nicht immer angestrebt, ganz besonders aber von dem Begriffe eines heiligen Lebensgemäldes, wie er es uns verspricht, oft abgeirrt ist. Unseres Dafürhaltens war bei dem Entwerfen eines solchen Lebensgemäldes die Bahn genau vorgezeichnet. Die Charakteristik Moses', soweit sie aus den vorliegenden Quellen sich schöpfen läßt, mußte stets den Hauptgesichtspunkt bilden, und es mußten daher namentlich solche Stellen aus der Schrift gewählt werden, die bestimmte Charakterzüge liefern (Der Verfasser hat nicht alle Stellen der Art benutzt, z. B. 2 M. 14, 10 — 15, wo Moses' festes Vertrauen auf Gott, wie wohl in keiner andern Stelle mehr, ausgesprochen ist; oder das. 16, 4 — 41, wo Moses sich als bloses Werkzeug in der Hand Gottes darstellt und alles Verdienst von sich ablehnt); diese Charakterzüge klar und anschaulich gemacht, in ein Bild vereinigt und vor das geistige Auge des Zuhörers hingestellt — so und nur so könnte ein Lebensgemälde entstehen, den Erwartungen entsprechend. Auch über die Form solcher Predigten kann kein Zweifel obwalten. Die historische Entwickelung bleibt stets die Hauptaufgabe; die Anwendung und die daraus hervorgehenden allgemeinen Wahrheiten haben sekundären Werth und dürfen jene nicht verdrängen und verkümmern, deßhalb auch nur selten und in dem Falle mit in dem Thema ausgenommen werden, wo die Vereinigung ungezwungen und leicht sich ergiebt. Diese Anforderungen finden wir jedoch, wie gesagt. Ln den vorliegenden Predigten nicht immer befriedigt, indem sich zuweilen vielmehr ein Schwanken in der Behandlung und ein Suchen nach einem allgemeinen Satze zeigt, was nothwendig die Einheit des Vortrages stören mußte. 7