Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neunzehn Briefe über Judenthum ... von Ben Usiel [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 15)
- Language
- German
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83 N c c e n s i o n e «. dankenreiche verweilen , lauter nothwendige Ergebnisse aus dem Gesammtbegriffe erschauen : sobald sie an die Uebung gehen , ist auch bei ihnen alle Geisteserhebung weg. Sollte wirklich der Vers, so ganz in seine Ansicht hineinverlebt sein , daß er das Wahrhastkomische nicht gefühlt hat in dem Ausspruche, daß wer den Sabbath entweiht, d. h. also, nach den Ansichten desselben, wer etwa zwei Buchstaben an ihm schreibt oder ein Licht berührt und dgl., dev ^spreche hiemit aus, es gebe keinen Gott, der. werde zum Leugner an Gott und Menschenberuf (S. 75)! Ums Himmels willen, welche Verirrung! Vor solchem „Geiste der- Verkehrtheit und des Schwindels" (Jes. 19, 14) möge der Herr Israel bewahren! Ist es denn einem Manne, wie unser Verf. ist, so schwer einzusehen, daß die Entartung des Judcnthums von weit älterer Zeit her datirt, als von da an , wo er sie herschreibt (S. 50. 72. 84. 91 f. 97. 98- 101. 102)? Soll ein Mann, der mit solcher Klarheit die Einsicht in einen geschichtlichen Verfall des Judenthums sich erworben hat, soll dieser sich gewaltsam eine Gränze ziehen und, aller Erkenntniß zum Trotze, Dinge, die blos zu entschuldigen sind, als das Hochheilige hinstcllen wollen? Soll der Mann, welcher von den Abirrungen der letzten Zeit, in Afterkabbalah und Pilpul, sich unwillig abwendet, dennoch die jener nicht unähnlichen Agadah's und diesem oft bis zum Verwechseln gleichen Lhab mudischen Discustionen sammt und sonders in Schutz nehmen zu müssen für Pflicht halten? Sollte Der, welcher überall Geist und Bedeutung sucht, und ohne dieselben keinen Werth auf die Ausübung legt, sollte er wirklich nicht einsehn, daß bereits der Thalmud in manchen Aem ßerungen, und namentlich in feiner spätem Gestaltung, zu einem nackten Formglauben sich hinneigt, Daß das