Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neunzehn Briefe über Judenthum ... von Ben Usiel [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 13)
- Language
- German
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86 R e c e n s i o n e n. das Zählen der fünfzig Tage zwischen dem Pesach- und dem Schabuothfcste soll uns vergegenwärtigen, wie der Körper nur durch den Geist und die Freiheit nur durch das Gesetz Werth erhalte? Wir wissen wohl, welche Gedanken dem Verf. hiebei vorschwebten, daß nämlich diese Zwischentage den Uebergang bilden sollen von dem Feste, welches an bürgerliche Freiheit erinnert, zu dem, welches das Fest der Gesetzgebung heißt. Wir wollen hier nicht fragen, ob es denn wirklich biblisch so ausgemacht, ist, daß Schabuoth das Fest der Gesetzgebung ist und nicht Vielmehr einzig und allein das der Frühernte/ wollen nicht fragen, ob es wirklich biblisch so feststeht, daß dieses Fest am 50. Tage nach dem Pesach und nicht vielmehr nach dem, von diesem Feste unabhängigen, Tage, der zum Heben der ersten Garben bestimmt war, gefeiert werden solle, nicht prüfen, ob der Ausdruck wirklich so Zu urgiren ist, daß das Zählen jedes einzelnen Tages als Gebot zu betrachten und nicht vielmehr blos ein umschreibender Ausdruck sei dafür, daß so und so viele Tage zwischen einem und dem andern Ereignisse liegen, wie er ja Z. B. bei einem mit dem Blutflusse behafteten Weibe allgemein genommen wird (3 M. 15, 28) *). Wir wollen hier diese Untersuchung ebensowenig anstellen, als diejenige, ob der schlichte Sinn der Schriftstellen die Gebote über Denkpfosten und Denkriemen wirklich als biblische nothwendig erscheinen lasse. Aber die Frage dürfen wir nicht unterdrücken, ob denn in Wahrheit (Zeremonien als //bedeutungsvolle Thatsprache, als Spmbolthat, als ewiger Aufruf an die Seele" betrachtet werden können, wenn sie nicht unmittelbar aus sich und mit aller Klarheit und Le- *) Diese Bemerkung wurde auch schon dem David den Simra ge. macht; vergk. seine Gulachten, ml. Livorno.