Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neunzehn Briefe über Judenthum ... von Ben Usiel [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 4)
- Language
- German
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Briefe über Judenthum, von Ben Usiel. 77 Einklang gebracht mit allen übrigen Gesetzen, auch mit denen des Menschengeistes, bis er sie nicht als sonderbare Anwandlungen eines ohne Besonnenheit schaffenden Werkmeisters, sondern als weise, zweckmäßige Anordnungen erkannt hat. Und dennoch soll dem Bibelforscher dieses Verfahren nicht gestattet sein, er soll geradezu der Geschichte ins Angesicht spucken, soll nun einmal Alles als aus einer Zeit betrachten müssen, ohne darin ein Werden, Entstehn und Vergehn erkennen zu dürfen, das allerdings seinem Grundweftn nach von gleichem Geiste beseelt bleibt, der aber seinen Leib sich mannichfach gestaltet, soll keinen Einfluß äußerer Umstände sehen dürfen, die im ganzen Zusammenhänge der Dinge ebenso wenig äußerlich sind, wie die Wirkungen des Himmels auf die Erde? Wir sind blss dem Gleichnisse unsers Vers, nachgegangen, um auf seinem eigenen Boden auch unsere Stellung einzunehmen; aber dieser Vergleich selbst, wie schwach fl Ein Werk, das erhaben und undurchdringlich vor unS steht, dem wir keinen Anfang und kein Ende denken können, das über allen unscrn Kräften hinaus liegt, uns ein Werk, das einzig und allein grade für uns da, und an uns gerichtet ist, das in die Zeitlichkeit eingegangen, dem wir sein Alter nachzählen rönnen, das, namentlich der Thalmud — denn bei unserm Vers, fließt Alles in einander —, nicht blos durch das Medium von Menschen, sondern auch sogleich von Vorn herein hindurchgegangen durch Menschengeister, zu'uns gelangt ist! Und dennoch sollen wir sorgsam eine jede geschichtliche Frage ablehnen, und blos ein abgeschlossenes Factum vor uns sehen? Möchte doch der Vers, den Sinn des Faktums recht genau erfassen, m ihm nicht blos das Seiende, sondern auch das Gewordene erkennen! Möchte sich doch Naphtali nach dem "Stern", welcher ihm leitend vorfchwebte (S. 106), um-