Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neunzehn Briefe über Judenthum ... von Ben Usiel [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 3)
- Language
- German
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76 R e c e n s i o we n. nämlich, daß wir, zur Erfassung ihres Inhaltes und ihrer Grundsätze, vorausseßungslos und ohne anderswoher mitgebrachte und vorgefaßte Ansichten an sie gehen sollten, um so aus ihr heraus ihre Grundlage und ihren Zweck zu erkennen, — und hiezu das naturhistorische Gleichniß. Gehn wir hierauf ein, und fragen auch wir uns, wie wohl der Naturforscher bei seinen Betrachtungen zu Werke geht. Dürfte er wirklch unserer Anforderung willfahren, er solle etwa die Erde ganz gesondert, nach dem Zustande, in welchem er sie im Augenblicke findet, in seine Anschauung aufnehmen und hieraus sich die Gesetze ableiten, er solle nicht denken an Gebirgsformationen zu verschiedenen Zeiten, solle ja nicht glauben, als habe die Blume, die er hier in voller Entwickelung vor sich sieht, je einmal unsichtbar im Schoße der Erde noch geruht, als werde sie niemals wieder vergehn, oder solle wenigstens nicht die Annahme wagen,- zu ihrer vollen Ausbildung hatten auch noch andere äußere — in ihrer Trennung vom großen Naturganzen betrachtet, zufällige — Einwirkungen beigetragen, in ihrem Keime habe schon ihre volle Gestalt versteckt gelegen, solle sich zum berüchtigten Einschachtelungssysteme verstehn, in dem ersten Menschenkeime haben schon alle Menschen, wie sie gelebt und noch leben werden, vollkommen, einer in dem andern, gelegen, und sie sprengten nur allmälig die Fesseln und wüchsen heran — kurz dürste er unserer Zumuthung sich hingeden, die ganze Geschichte der Natur zu lengnen? Factum wird ihm wohl das Einzelne wie das Hanze sein; aber er wird innere wie äußere Bildung, die Veränderungen durch die gegenseitigen Beziehungen wie durch die willkürliche Einwirkung freier Menschengeister anerkennen, und in den Gesetzen, die er aus den Erscheinungen ableitet, wird er nicht Ruhe finden, bis er sie in vollen