Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Grundzug der Liebe und dessen Entwickelung im Judenthume
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 10)
- Language
- German
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68 IV. Der Grundzug der Liebe 6, 5). Hiezu kömmt, daß ausdrücklich hervorgehoben wird, daß das ganze Gesetz, so sehr es auch auf dem Grunde der Gerechtigkeit aufgeführt ist, doch als letzten Zweck seiner Mittheilung die göttliche Liebe und Fürsorge bezeichnet (l. I. 8, 1.), unv nur Liebesdienst Gottes gegen Israel das Band der Verpflichtung zur Ausübung Seiner Gebote flechten soll (1. 1. 8, 2—18).—- Deutlicher noch wird jener Grundzug der Liebe in den eigentlichen Geboten. Das allgemeinste und daher zuerst zu erwähnende Gebot in dieser Hinsicht ist wohl dieses: thue was in den Augen des Ewigen recht und gut ist- (5 Mos. 6, 18), in welchem, wie der Lhalmuo selbst in Gesetzen über Mein unv Dein schön daraus herleitct, eine das Recht durchdringende Liebe im Allgemeinen enthalten ist''). Hiernächst ist zu erwähnen das nur die Liebe betreffende Gebot: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" (3 Mos. 19, 18), in welchem zweitens auch der Grundzug der Liebe nicht blos in Bezug auf Israel, sondern auch gegen Andere* **), jedenfalls aber, wie sich weiter zeigen wird, in Bezug auf den im Lande wohnenden Nicht-Juden ausgesprochen ist. Wie diese Liebe beschaffen sei, wie sie namentlich auf Gerechtigkeit gegründet und daher gereinigt ist von allen jenen widerlichen Ausschweifungen, in denen sie sich schon gezeigt, und wozu der Ausdruck: liebe deinen Nächsten wie dich selbst ***) leicht führen konnte, zeigt der Zusam- ") Vgl- Thatm. Mezia 16 K. 35 rr: daS Gesetz über das dem Gläubiger vom Gericht zugeschätzte Feld. Ferner Abodah Sarah 25 a: das Gesetz über die Angränzer, «k. Nachmanid. zu 5 Mos. 6,18. **) S. Zohlsou, die Lehre der mos. Religion u. s. w. §. 209. 210. ***) Zur richtigen Auffassung dieses Ausdruckes Ln jeiner Gründung aus.die menschliche Natur, vgl. was H. Wessely in seinem Com-