Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Gottesstaat
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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II. Der Gottcsstaat. 19 Prmeipien - von welchen aus man die StÄatsverordnungen anzusehn und zu beurtheilen hat, vorläufig an dem Beispiele der beiden berühmtesten Philosophen des Alterthums bequem erläutern. Plato und Aristoteles geben sich in Allem, und insbesondere in der Politik, als diese Antithese unumwunden zu erkennen, und Aristoteles, der Schüler des ersten und sein Gegenfüßler in jeder Richtung, spricht diesen Gegensatz geradehin vielfach aus. Plato hat dm rein organischen Standpunkt eingenommen. Bei ihm ordnet sich, wie das All, so der Staat nach derselben organischen Gesetzmäßigkeit/ nach welcher jedes Einzelwesen, zum Organtheile des Ganzen, zurTotalität und Einheit wird. Sowie im einzelnen Geschöpfe seine verschiedenen Organe sich in Gruppen verbinden^ und in gegenseitiger Natur - Nothwendigkeit, in gegenseitiger Zweck- und Mittel-Beziehung einen ganzen Organismus aufbauen; so auch werden die einzelnen Menschen, als Organe und Organengruppen, endlich zum Staatsorganismus. Das Einzelne wird Mittel, das Ganze ist Zweck. Wollte man nun in dieser Betrachtungsweise nach noch fernem Zwecken fragen, so würde man den ganzen Standpunkt verkennen; denn in der organischen Totalität schließt sich sein Wesen ab, und in ihr ist eben der Zweck erfüllt. Wenn sich nun die Menschmgefellschaft und das humane Leben, nach dieser Ansicht, gleich dem organischen Makrokosmus zu seinen einzelnen Gliedern und Systemen, den Individuen und Sippschaften, verhält: so läßt sich eine treffende Parallele ziehen zwischen diesen Individuen und Sippschaften des Staatsorganismus und de» Organen und Organengruppen des Organismus. Es erg lebt sich eine dürchherrschende Analogie, die wir also begreifen: der Organismus baut sich aus