Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Stellung des weiblichen Geschlechtes in dem Judenthume unserer Zeit
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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8 l. Oie Stellung des weiblichen Geschlechtes Hat ja aber das Weib noch manche härtere Unbill zu erdulden! Nicht genug , paß es von jedem höher« religiösen Leben ausgeschlossen ist, daß der entwürdigende Ausspruch: „davon sind die Frauen befreit", sie an iss rer religiösen Natur irre werden läßt, daß die Ausübung von drei ihnen zugewiesenen Pflichten, Niddah, Challch und Lichtanzünden am Sabbathe, ihr hauptsächlicher, wahr» lich nicht sehr strahlender Schmuck ist, muß auch das zarte Gefühl des denkenden Weibes durch den Eintritt in die Ehe wie durch die Stellung in derselben tief verletzt werden. Wie es da schweigend hmgeführt wird und sich durch eine geringe Gabe des Mannes erkaufen lassen muß! Daß der Mann ja nicht einen Ring gebe, der einen Stein in sich schließt; könnte ja die Braut in dem Glauben sein, der Ring habe einen höhern Werth, als er in Wirklichkeit besitzt, und unter dieser Bedingung, bei einem so geringen Kaufpreise, hätte sie vielleicht ihren jungfräulichen Besitz dem Manne nicht abgetreten. Armes deutsches Mädchen! schmachtest Du noch immer unter solchen Banden vrientalisch-beschränkter Ansicht; es ist noch nicht schlimm genug, daß meist nicht Zuneigung zu Dir dem Manne Deinen Besitz wünschenswert!) macht, man Dir vielmehr gewöhnlich einen Gatten fürs Leben erkauft, daß nun noch, wenn dieses eins Geschäft vorüber ist, das Gesetz Dich wiederum vom Manne erkaufen läßt, und Dies der heilige Eintritt in die Ehe! Wohl sind alle diese Bestimmungen jetzt umschleiert, Predigt und Deutungen der Symbole verschmelzen sich mit den alten und wäre der achte Geist' in dem jetzigen Zudentbume/ so müßten solche Lobpreisungen schon langst geschwunden sein, umsomehr wenn sie Mißverständnisse zu erzeugen geeignel sind , umsomehr Wenn sie Kränkendes enthalten.