Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Stellung des weiblichen Geschlechtes in dem Judenthume unserer Zeit
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 l. Die Stellung deS weiblichen Geschlechtes gereiften, der mündigen und unmündigen Jungfrau und entzieht die erste völlig dem Willen des Vaters; es verlangt die Einwilligung des Mädchens zu seinem Eintritte kn die Ehe und erkennt sogar die spätere' Weigerung der Frau, wenn sie in den Jahren ihrer Unmündigkeit von dein Vater dem Männe übergeben worden, als gültig an. Diese Zuertheilung einer größeren Selbstständigkeit drang fedoch nicht in alle vorhandenen Bestimmungen reformirend ein, so daß der Gesammtüberblick der Verhältnisse der Frauen eine Zusammensetzung widersprechender Elemente darbietet. Blieb der Scheidungsact noch immer ganz einseitig dem Willen des Mannes überlassen, der selbst durch die geringfügigste Veranlassung sich ohne Hinverniß — bei Unfruchtbarkeit des Weibes sogar pflichtmäßig — zur Entlassung seines Weibes bestimmen konnte, während die Frau hingegen blos in Fällen, in welchen von Seiten des Mannes der ehelichen Pflicht nicht Genüge geleistet wurde, durch das Gericht sich eine Scheidung erzwingen konnte; wurde ferner die Vielweiberei nicht in engere Gränzen eingeschlossen und wenigstens als dem Geiste des wahren Jsraelglaubens zuwider dargestellt: so wurde auch noch das Eingehen in die Ehe so ganz in die Formen eines Kaufes und einer Besttzaneigung eingezwängt, daß der Handlung alle Weihe abgieng, und in religiöser Beziehung wurde das Weib so vielfach ausgeschlossen, daß seine höhere Empfänglichkeit hiemit ganz in Abrede gestellt war. "Frauen, Sklaven und Kinder" werden auf eine Stufe gestellt, und selbst die Förderung des geistigen Lebens unter den Frauen wird als gefährlich betrachtet. — So blieben nun alle Bestimmungen , welche in der Bibel sich fanden und nothwendig als nicht sogleich zu tilgende Ueberreste der morgenländifchen Betrachtungsweise anzusehen sind, nicht blos