Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Österreichische Staaten [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 606 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2929020-2929026-2929030-2930497--1449-2930711- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
606 .Nachricht'- u. in Piemont; er hat den Talmud und die Casuisten zu lehren, üluch seine Arbeit ist eine äußerst schwierige; er lehrt nämlich nach dem Mischneh Thorah des Maimouides, da dieses Werk wohlgeordnet und umfassend ist, jedoch muffen nun alle Bestimmungen, welche von .den Später» neu oder abweichend von Maim. getroffen worden sind, aus den spätem Werken zusammcngesucht und dem Vorträge einverleibt werden, und außerdem lehrt er auch zu bestimmten Zeiten den Thalmud selbst und andere Werke, um die Schüler zum Verständnisse dieser Schriften und zur Erlangung der Fähigkeit, die Resultate-ans den Quellen selbstständig ziehen zu können, anznleitcn. Zu seinem Berufe gehört auch die Leitung homiletischer Uebungen (Nach den Statuten dieser Anstalt wird die Homiletik sonderbarer Weise nach dem ppl' "p und gelehrt)." Es ist bis jetzt von den Resultaten des Seminares noch zu wenig bekannt, als daß ein Urtheil über die Leistungen gefällt werden könnte. Auch iu manchen andern Theilen des Reiches ist ein reges Leben, und das Weiterstreben in Schulwesen und Gottesdienst tritt bald mehr bald weniger hervor. Prag hat schon seit langer Zeit Männer, die sich in mancher Beziehung theils durch gelehrte Leistungen, theils durch Schnlschriften Verdienste, erworben Haben, und die Namen Peter Beer, Herz Ho mb erg er, Juda Ieitles und M. I. Landa u verdienen mit Ehren genannt zu werden, wenn auch ihre Leistungen sich meist auf der Oberfläche halten. In neuerer Zeit hat jedoch etwas mehr Durchgreifendes im Cultns versucht werden sollen; aber die Nealisirung dieses Versuches bleibet gleichfalls noch immer Versuch *). Es hat sich nämlich daselbst ein Verein gebildet, der an eine der Synagogen einen Prediger berufen hat; diese ist nun nicht Gcmeindesyuagoge, sondern Privatunternehmen — jedoch hat die Gemeinde eine Synagoge, die Altschule, in welcher im Innern noch immer gebaut wird, zu diesem Behnfe einräumen müssen, — und obgleich die Unternehmer die Angesehensten Prag's sind, so sind sie immer blos als Privatleute zu betrachten', die nicht solidarisch für irgend eine Verpflichtung haften. Die Mittel sind höchst spärlich, und dadurch erklärt sich die Verzögerung des seit drei bis vier Jahren schwebenden Planes. Das Amt des Predigers ist für jetzt nichts Anderes, als zu predigen; möglich ist es, daß er seinen Wirkungskreis erweitern könne, es gehört Dies aber in jeder Beziehung zu den schwierigsten Aufgaben. In Prag ist nämlich ein Beth-Din, d. h. ein Rabbiner und zwei Dajanim, genannt „Appellanten!! oder Oberjuristen!"; der neue Rabbiner, den man mit ungeheuer!» Zujauchzen empfangen hat, trug vormals den Wir bemerken ausdrücklich, daß folgende Nachrichten uns nicht von Hrn. v. Zuiiz, überhaupt nicht aus Prag zugekommen sind. , DR°