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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 3 · p. Seite 603

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 3
Article
Österreichische Staaten [Nachricht]
Date
1836-01-01
Page
Seite 603 (sequence 5)
Language
German
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Na ch r i ch t e n. 603 lombardisch-venetianische Königreich, oder welche an Italien grän» zen, besonders Zllyrien, haben in der neuesten Zeit keine sehr bedeutende Umgestaltung erfahren. Es war dort die Wissenschaft niemals ganz verbannt, und da die Opposition gegen dieselbe keine besondere Heftigkeit hatte, so war auch die Reaction von Seiten der Wissenschaft nicht bedeutend. Eine größere äußere ' Regelmäßigkeit im Gottesdienste war dort immer anzutrcffen, und , so fühlte sich der stärker belebte Sinn für Anstand nicht verletzt; das Thalmudstudium wurde mit einem gewissen wissenschaftlichen Wortgepränge cingeleitct, und der zehrende, alle-Geradheit verkehrende Pilpul hatte niemals dort Wurzel gefaßt, und so fand inan sich auch jetzt leicht mit der älteren Methode des Studiums ab, indem man blos noch etwas mehr als früher einem tieferen Erfassen der hebräischen Sprache, der Kenntnis; der Muttersprache,- dem Streben, sich mit den philosophischen Versuchen der älteren Rabbincn vertraut zu machen, und den jetzigen Standpunkt der Philosophie zu erfahren, seine Aufmerksamkeit schenkte. So war scheinbar und äußerlich kein Zwiespalt cingetreten, indem gar keine neuen Anforderungen gemacht wurden; aber die innere Verschiedenheit, welche zwischen einem äußerlichen, etwas logisch geglätteten oder verrenkten und mechanischen Kennen, das die frühere Zeit als die höchste Stufe der Vollendung betrachtete, und einem innerlich organischen, harmonischen und das ganze, als Vvrrath znsammcngebrachte, Material von Kenntnissen einigenden und durchdringender, Denken und Wissen eintritt, kann nicht auSbleiben, und wir sehen diesen Kampf stille vorbereitet. Zn Schriften stellt sich derselbe besonders dar in den Werken des gelehrten und denkenden Herrn Zsaak Samuel Reggio in Gör;, der vermittelnd zwischen die Verächter der Wissenschaft, welche - zugleich allerhand Aberglauben huldigen, und die Freunde vorzüglich der höhern biblischen Kritik, welche in einem großen Thcile der pentateuchischcn Gesetze eine blos für eine gewisse Zeit gültige , für gewisse Oertlichkeit bestimmte Gesetzgebung erblicken, zu treten beabsichtigt. Seine ganze schriftstellerische Wirksamkeit, die wahrlich nicht gering zu achten ist, ist diesem vermittelnder» Streben gewidmet. Nach der ersten Seite hin deckt er — wie

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