Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Hamburg [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 598 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2929020-2929026-2929030--1439-2930703- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
5S8 Nachrichten. dem die reine Gotteslehre von Palästina aus sich über die Welk verbreitet; wir schlachten keine Christenkinder, vergiften keine Brunnen mehr, seit die Schwerter und die Dolche des Fanatismus verrostet sind; wir wuchern und schachern und betrügen nicht, kein Hunderttheil eines Procentes mehr als unsre Nachbarn, da wo freies Gewerbe und fesselloser Handel das Herz und die Adern des Staates sind; wir, sind nicht mehr fremd, wir haben -ein Vaterland, und ein thenres, unveräußerliches Vaterland, da wo das Vaterland frei ist und sich selber kennt, wo wir seine Sprache rede», wo wir seine Waffen tragen'und unser Blut für dasselbe vergossen haben, wo wir seine Nackten kleiden, sein Hungrigen speisen, ach, und wo wir — kann Liebe sich Rechenschaft geben? — es auch in unsrer tiefen und drückenden Beschränkung lieben."Daß übrigens die schönste und wärmste Anerkennung der Verdienste Riessers darin sich ausspricht, brauche ich Ihnen wohl nicht besonders zu sagen. Nach einer kurzen Panse erhob sich Hr. v R. von seinem Stuhle; man sah es, wie er sich bewältigen mußte, um den freudigen Gefühlen, von welchen er bestürmt war, nicht zu unterliegen , und um wenigstens einige Worte des Dankes und der Liebe an die Versammlung zu richten. Mit Bescheidenheit stellte er den Dank, der ihm gebracht wurde, als die Anerkennung seines guten Willens dar, der in so reichem Maße belohnt werde. „Meine Brust, sagte er u. A., hebt sich stolz, in dem Bewußtsein so hoher Achtung und Anerkennung; aber ich vermag nicht ohne Leid , ja nicht ohne Beschämung, ob Ihrer großen Güte daran zu denken, wie wenig cs die äußern Erfolge, die sichtbaren Wirkungen meines Strebens sind, durch die ich eine so ehrende Auszeichnung, wie Sie mir heute zu Theil werden lassen, verdient habe. Ich kann diese Seile nicht unberührt lassen; Len» sie liegt meinem wie unser Aller Herzen zu nahe: ich kann nicht umhin, diesen. Maßstab an Ihre Güte zu legen, die ich gerade so in ihrer ganzen Große empfinde, und aus der ich wiederum Trost und Hoffnung für die gute Sache schöpfe. Es ist ein gutes Zeichen, wenn der gute Willen, auch der erfolglose, so geebrt wird. Es ist ein Zeichen des Vertrauens, we»