Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Hamburg [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 597 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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N achri ch t e n. 597 (Worte, gerichtet an I). Gabriel Riesser, bei Neberrelchung der ihm zu Ehren geprägteil Denkmünze. Hamburg den 2'7. April 1836. 8 S. 8). Diese Worte verdienten ganz nach einem großem Kreise hin verbreitet zu werde», als sie wahrscheinlich dringen werden. Jedoch kann ich mich nicht enthalten, hier eine Stelle mitzntheilen, über welche Siedann selbst nrtheilenmögen. Sie lalltet: „Jedes Jahrhundert hat uns mit seinem Maßstabe gemessen, nach seinen Ansichten ein Zerrbild aus uns gemacht. Die Abgötterei, der Fanatismus, das F-anstrecht, der Hexenglanbe, das Kastenwesen, die Staatenzerrüttung, die Bürgerkriege, die Dummheit und die Narrheit, ja selbst List und Klugheit haben unS in ihren eignen Reflexen gesehen. Wir hießen ein abergläubisches, dummes, abgöttisches Volk, ein Volk, das Schweine göttlich verehrt, bei wem? bei den Römern, als Jupiter und Venus, und Faune und Sachre ihre Tempel, ihre Häuser und Berg und Thal anfülltcn. Man ließ uns Brunnen vergiften, Christenkinder schlachten und zum Passasest verzehren, wann? Zur Zeit der Kreuzzüge und noch viel später, als der fanatische' Eifer für das Ehristeuthnm, der wüthcnde Haß gegen Andersgläubige einen ähnlichen Haß bei diesen als natürlich anzunehmen sich berechtigt glaubte. Ja, noch in der Mitte des vorigen Jahrhunderts waren wie Schuld, an der Unfruchtbarkeit der Königin von Neapel, und König Earl, um einen Thronerben zu erlangen , jagte uns aus dem Lande. Man schalt uns Wucherer, Plünderer, Blutsauger , wann? Als noch der Edelmann ein Wegelagerer war,, als man den Bürgcrstand nicht kannte oder ihn verachtete, und der Handel noch für schimpflich gehalten wurde. Man schalt und schilt unS Fremde, nicht nativnell, ohne Vaterland, wann und wo? Da wo Jahrhunderte hindurch Deutsche gegen Deutsche kämpften, da wo bis auf die neuesten Zeiten herab, der Deutsche ein Fremder wurde, wenn er über ein Flüßchen, eine Brücke, durch einen Schlagbar»», durch ein Thor ging-, in dem Lande, wo auch unsre christlichen Brüder ein , in vielfachen Beziehungen ganz blutjunges, kaum 23iährigeS, mit Gott von nun an ewiges, Vaterland haben. — Aber wir sind nicht abergläubisch und abgöttisch mehr, seit-