Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Frankfurt a. M. [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 576 (sequence 3)
- Language
- German
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576 Na ch r i ch t e n. des großen deutschen Triumvirats (Klopstock, Göthe und Schiller) Erwähnung gethan und die tief betrübende Prophezeiung ausgesprechen, daß die Sprache und der Geschmack der Deutschen p nach drei oder vier Menschenaltern wahrscheinlich sinken werde. Bach vertritt mm seinen > Berufsgenofscn mit der hinzugefügten Jeremiade: „Leider scheint diese Prophezeiung immer mehr in Erfüllung zu gehn und durch die irgendwo so bezeichnete jüdischdentsche Schule, wozu denn wohl auch die Menzelianer, Gutzkow und Cvnsortcn zu nehmen wärm, noch vor der Zeit der jüngste Tag herbeigeführt zu werden/' Nun, Herr Direktor Bach möge sich ein recht reines Gewissen, besonders durch Sprachreinigung, verschaffen, damit er vor dem Posaunenschalle de§ jüngsten Tages nicht zu zittern brauche! Aber, was sagen Sie zu dem armen Menzel? So hat er es nun mit beiden verdorben; weihen Sie ihm doch eine Thräne stillen Mitleides! Jedoch die Sache hatte auch am Anfänge eine sehr ernste Seite. Alle Neligionsgemeinden können über ungerechte Beschuldigungen ein verachtendes Stillschweigen bewahren; aber die Juden, die, in ihrem Ringen nach Freiheit, sich das Wohlwollen der öffentlichen Meinung, die man auf solche Weise gegen sie aufzubringcn sucht, Schritt vor Schritt zu erkämpfen haben müssen sich — wer weiß, wie lange noch! — mit der Widerlegung von Abgeschmacktheiten noch immer abgeben. Menzel hatte auch gar nicht gesäumt, diese ernste Seite hervorzukehren. Seinen im Tone der Drohung ausgesprochenen „wohlgemeinten" Warnungen mußte man natürlich entgegentreten; ja, leider man mußte, da man weiß, wie gerne sich unsere Koryphäen — was freilich von den Mitgliedern der würtembcrgischen Kammer nicht gilt — an jeden irgendwo ausgesprochenen Tadel anklammern. Die Frankfurter Blätter brachten nun einzelne widerlegende Aufsätze, und Herr V. Weil widmete dem Gegenstände eine besondere, mit schönem Humor, aber ohne verletzende Persönlichkeit, geschriebene Brochüre: „Das junge Deutschland und die Juden" (Fft. a. M- Zager 1836. 16 S. 8). Sie kennen wohl dieses gelungene Schriftchen, von welchem die Didaskalia und die Allg. Z. einige Auszüge geliefert hat, und ich spreche daher blos noch