Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Frankfurt a. M. [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 577 (sequence 4)
- Language
- German
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577 Na ch r i ch t en. von einer Anzeige darüber in dev Jenaer Mg. Lit. Zeit, im, März-' hefte. Soviel Worte, soviel Unsinn! Der gute Mann meint, Herr' v. Weil habe lauter Gutes vün den Juden gesagt und verdiene daher kein Vertrauen. Welche köstliche Logik! Weil hätte also seine Rede so sehen sollen; Liebe Christen, mir Inden sind zwar Betrüger, Christenfeinde und sämmtlich Mitglieder einer großen Diebesbande; aber, meine lieben Herren, zum jungen Dcutschlande gehören wir doch nicht. Die Taktik ist übrigens auch den Gerichtsanwälten auzurathen; sie müssen nur ihren Clienten alles Böse in anderer Beziehung nachsagen, dann glaubt man auch ihren Versicherungen von der Unschuld derselben in der vorliegenden Anklage. Der Mann sagt weiter, Herr W. sei sogar so weit gegangen, Heine zu vertheidigen, und Dies ist — ich muß den Nccensentcn um Verzeihung bitten — Dies ist nicht Unsinn, sondern Lüge und grobe Verleumdung. Lesen, Sie und urtheilen Sie selbst!— Ein junger jüdischer Theologe, Herr Berthold Auerbach in Stuttg., ist in einer größernVrochüre gegen die Anklagen seines Landsmannes aufgetreten, die „das Jndenthum und die neueste Literatur. Kritischer Versuch von (Stuttgart, Brvdhag. 1536. 68 S. kl. 8.) betitelt ist. Die Brochüre zeugt von - einem umfassenden Blicke, der die Verhältnisse der Zeit und ihren Bildungsgang, sowie den des Jndenthums, zu überschauen strebt; sie stellt, diesem gemäß, die verschiedenen Stellungen, welche die Christen, nach ihren Meinungen, das Judenthum, der Zeit gegenüber, einnehmen ließen, in Kurze dar, und wir wollen wegen des gelungenen Ganzen die etwas zu rasche Skizzirung der einzelnen Thcile, die dem minder Bewanderten das Verständnis; etwas erschwert, nicht tadeln. — Erfreulich, ist nur immer die Bemerkung, daß eine jede Verunglimpfung ein neues Talent hervortreten laßt, und wir haben diesen dauernden Gewinn, während die von der andern Seite her gewaltsam aufgeregte Welle im Meere der Zeit bald spurlos verschwindet.— Ucbrigcns wundert es mich, daß man bei diesem Streite, bei welchem von beiden Seiten so viele Personen genannt wurden, nicht auch einmal der cdeln , hochsittlichen Persönlichkeit des Dichters Michael Beer gedacht hat, der wahr-- .37