Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Erste Preisaufgabe jüdisch-theologischen Inhalts [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 572 (sequence 7)
- Language
- German
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572 Nachrichten. Gottesdienstes zu durchlaufen haben möchte, bis allmalig der Punkt erreicht werden könnte, der dem Bearbeiter als Zielpunkt eines acht jüdischen, aber von den Auswüchsen der Zeit geläuterten, Gottesdienstes vorschwebt. —> Jedoch bleibt dieser immer der Angelpunkt der Untersuchung, welcher die sorgfältigste Behandlung erheischt, und in dessen Erörterung ist ein weites Feld, in welchem sich noch gar viele verschiedene Ansichten geltend machen möchten. Wie unser ganzes Gebctswesen zu einer Einheit gestaltet werde, so daß nicht einzelne deutsche Gesänge mit ganz nüchternen Choralmelodieen neben allen bestehenden hebräischen Gebeten (selbst nach Ausschluß der Piutiin) mit ihrer cigenthümlichcn fignrirten Gcsangesweise hergehen; in welchem Verhältnisse neue Gesänge selbst, auf jüdischem Boden entsprossen, zum stillen und im'Chor zu sprechenden Gebete, das wir wohl unter keiner Bedingung anfgeben dürften, stehen sollen; inwieweit bei einzelnen Gebeten die hebe. Sprache beizubehalten sei (wie etwa bei Bibelstellen), wie das Vorlesen der Thvrah einznrichten sei, Zweck und Form der jüdischen Predigt, Gestaltung der bestehenden besonder» Gebräuche: alles Dieses soll hier entschieden wer- ' den. — Wir haben bis jetzt bei dem fast an Ueppigkeit gränzenden Reichthnme zum Theile sehr schätzbarer Gesangbücher doch noch einen sehr fühlbaren Mangel an acht jüdischen Gesäugen und nicht minder an für Chöre bestimmten Melvdiccn, da der einförmige, von der ganzen Gemeinde anzustimmende Kirchengesang bei »ns des erwecklichen Momentes entbehrt, und für die Selbstständigkeit der Gemeinde das eigentliche Gebet, welches nur zu sprechen ist, genügt.' Wollen wir daher auch, hier die Frage ganz unerörtert lassen, ob eS jetzt schon an der Zeit ist, das; so voluminöse verschiedenartige Gesangbücher unter uns entstehen, solange noch so wenig selbstgefertigte Gesänge vorhanden sind, und so wenige Synagogen ihnen den Zutritt in ihre Hallen gestatten, so würde doch jedenfalls der allmälige Anwachs einzelner, den Stunden religiös-dichterischer Weihe, nicht dem mühevollen Hcrvorarbeiten, nicht dem Zwecke schneller Bereicherung unserer liturgischen Littcratnr ihr Dasein verdankender , Gesänge ein weit dankenswerthercs Geschenk sein. Natur-