Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Erste Preisaufgabe jüdisch-theologischen Inhalts [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 571 (sequence 6)
- Language
- German
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S71 N a <K t i ch t e ik freieren Gesichtspunkte aus anfzufassen vermochte, andere entgegengesetzt werden konnten, welche ein engeres Anschließen an daS Bestehende heischten, je nach der mehr auf die religiöse Wirkung für Herz und Geist sehenden oder mehr her Gewohnheit huldigende» Ansicht des Betrachters. Diese verschiedene Auffassungsweise machte sich besonders in dem Streite über deutsches Gebet, Gesang und Orgel geltend, und obwohl wir nicht im Geringsten der Behauptung beistimmen wollen, daß die erwähnten Fragen nach streng thalmudischen Grundsätzen entschieden verneint werden müssen, im Gegentheile der Ueberzengung leben, daß selbst nach diesen, bedeutende Verbesserungen möglich sind, so hängt die Verwirklichung derselben dennoch von dem Hinzntreten noch ganz anderer Gesichtspunkte ab. — Ueberhaupt'entspringen die Hindernisse, welche sich einer solchen Verwirklichung entgegenstellc», weniger aus der klaren Erkennt»iß von den Anforderungen, welche die als gültig anerkannten geschichtlichen Urkunden des Judenthums machen, als aus dem zähen Halten an dem Bestehenden, das, sowie es einerseits, insofern es ein nackter Formglaube ist, durch Erweckung und kräftigere Belebung des religiösen Bewußtseins bekämpft werden muß, doch auch andererseits, insoweit es in einem, freilich meist durch Gewohnheit gewordenen, Hincintragen der religiösen Gefühle in die vorhandenen Gebräuche seinen Grund hat, zarte Beachtung verdient. Es ist demnach, namentlich bei der Frage über den Gottesdienst (dessen Weihe so enge mit den nun einmal auf gewisse Art ausgebildeten religiösen Gefühlen verwebt ist und sich auf sie gründen muß), die so sehr ins unmittelbare Leben, ja nach dem ächten Jndenthüme selbst ins häusliche, der Religionsgemeinschaft eingreift, ein anderes Moment wohl zu beachten, das, im Gegensätze zu dem allgemein praktischen — der, der Natur des religiösen Menschen überhaupt angemessenen, Einrichtung des Gottesdienstes — und dem eng hiermit zu verbindenden historisch - wissenschaftlichen — den posi-, tiven und negativen Resultaten aus der Geschichte des jüdischen Gottesdienstes — das historisch-praktische genannt werden dürfte. — Hier wäre es nun vielleicht gleichfalls angemessen, die Dermittelungsstufen anzugeben, ivelche die Verbesserung unseres jetzigen