Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Erste Preisaufgabe jüdisch-theologischen Inhalts [Nachricht]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 570 (sequence 5)
- Language
- German
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570 Nachrichten. zelnen Gebete aufgedeckt, und es möchte blos der für unfern Zweck wichtigere, aber auch freilich dunklere, Punkt noch zu beleuchten sein, wann diese Gebete Gemeingut wurden, d. h. wann sie ihre Geltung als öffentliche Gebete erhielten, was wohl bei vielen erst lange nach Lebzeiten ihrer Verfasser geschah.— Die zu findende Grundidee mochte auch nicht immer mit ganz sichern Zügen sich Nachweisen lassen, und überhaupt sosehr wir gegen Neuerungen sind, welche geradezu dem Geiste deS Judenthums wi. versprechen, oder welche, gehaltlos, blos deßhalb ausgenommen werden, weil solche Einrichtungen bereits Eigcnthnm einer an. dcrn Religionsgesellschaft sind, ebenso sehr sollten wir wohl bereit sein, alles Gute von überall her aufzunehmen, sobald es an sicll gut ist, obgleich es auch zu den Gebräuchen anderer ReligivnSgemeinden gehört. Jedenfalls ist der historische Theil der Arbeit blos einleitend und könnte meist durch seine negative Seite bei Einzelnheiten ein entscheidendes Moment abgeben, nämlich durch die in ihm unternommene Nachweismig, daß Theile vom bestehenden Gottesdienste nicht eine ewige Dauer haben müssen, daß hingegen manche Verbesserungsversuche (falls sich ein Solches Nachweisen läßt) dem Geiste des Judenthums zuwider seien. Besonders ist aber auch die klare Erkenntnis; von der Bedeutung der Feste und dem eigenthümlichen religiösen Gehalte, welcher jedem derselben zukommt, auf geschichtlichem Wege zu ermitteln, und hiedurch erst würden sich die für sie geeigneten gottesdienstlichen Einrichtungen ergeben. Es würde ferner, unserm Ermessen nach, der Bearbeiter wohl daran thun, den thalmudischen Standpunkt, d. h. denjenigen, nach welchem der Thalmud als unverbrüchliche Autorität gilt, von dem reinhistorischen, der in den Einrichtungen ein Werden in der Zeit sieht, zu unterscheiden, und die von beiden Standpunkten aus mögliche Verbesserung deS Gottesdienstes „nach Inhalt u. Form" möglichst zu sondern. Man hat nämlich bis jetzt, sowohl in Bezug auf den Gottesdienst, als auch in Bezug auf andere Fragen, meist des Lebens, viel-.' Kräfte mit der Nachweismig von der Nothwendigkeit mid Möglichkeit der Verbesserungen aus dem Thalmud selbst verschwendet, indem ja einzelnen Aeußeruiigen desselben, die mau von einem