Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 550 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2929020-2929026-2929030-2930484--1368-2930655- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
550 Recensionen. ganze Thalmud, so mag ein jeder Reformversuch sich demüthig zurückziehen; nur freilich über den Grundsatz selbst ist der Streit. Eine Gegenschrift also wunderte uns nicht, aber eine Gegenschrift in solchem Sinne betrübte uns. Wir sind nicht gewohnt, ziach dieser Seite hin besonders große Ansprüche zu machen, und sind mit einem richtigen Sprachausdrucke, wie er sich meist in dieser Schrift findet, zufrieden, übersehen daher Ausdrücke, wie: Paradorie (st. Heterodorie) lS. XVI), der sich bewahrte (S. 26), eine vornehme Seele (S. 27), seine ihn nie beleidigten Glaubensbrüder (S. 50), den Schmach (S. 55) u. A. recht gerne. Auch sind wir bereits an die so oft wiederholte, aber niemals nur im Geringsten nachgewiesenc, von älteren, verständigem Gelehrten schon längst abgcwiesene Behauptung gewöhnt, der ganze Thalmud mit allen seinen Bibelerklärungcn sei Tradition, und sic kam uns daher auch hier nicht unerwartet. (S. 41 ff. Zu Verb. 57 n. 58. 65. 69. 76. 134. 140 u. I4l. 283. 364 u. 365. Geb. 18. 21 u. 22. 44). Mehr überraschte uns schon die Verteidigung aller thalm. Versdeutungen, als widerspräche» dieselben nicht im Geringsten einer gesunden Hermeneutik, und wir lächelten ob der Naivität, mit der aus Wiederholungen, kleinen Schwierigkeiten, Nebenbedeutungen und aus dem Doppelsinne Legionen von Gesetzen gerechtfertigt werden (S 44. Zu Verb. 3. 17 136. 171. 194 195 u. 196. 220), auf welche Weise dann der Vfr. auch das Dasein einer traditionellen Interpretation aus der h. S ch. bewiesen zu haben glaubt (S. 192), während uns an andern Stellen sonderbare Aufschlüsse über die Bedeutung hebräischer Sprachformen gegeben werden (Zu Verb. 21 soll gerade die entgegengesetzte Bedeutung, nämlich: für Andere, annehmen können, weil es zuweilen überflüssig steht; zu Verb. 38 soll nicht Todtenbeschwörer, sondern Todtenbcschwörung heißen, wo wir freilich nicht erfahren, wie Dies mit dem immer dabei stehenden zu vereinigen sei, und wie hiernach Jes. 8, 19 und 19, 3 zu erklären ist, und so zu Verb. 139 u. 256.), zuweilen auch mit vielen Worten die Frage nach der Herleitung aus dem Verse,