Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 551 (sequence 4)
- Language
- German
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Creizenach'ö Thariag und Löwensteinö Men. kehorah. 55 i wovon eigentlich die Rede ist, umgangen wird (Zu Verb. 6' 7. 27). Daß ferner der Vfr. bei seinem scharfen Verbote, nach dem Grunde irgend eines Gesetzes zu fragen, dennoch seine Ansichten aus den den Gesetzen untergelegten Gründen zu deduciren sucht (Vgl. nur zu V. 166 und 191 —193), entschuldigten wir mit der Befangenheit, mit der matt bei sich selbst gar nicht, bei dem Andern scharf sieht.. Etwas unheimlich wurde es uns schon zu Muthe, als wir von „Vorurtheilen, Aberglauben und Mißbräuchen" sprechen hörten (S. 56 sf.), ohne daß der, die Einzeln Heiken, so liebende, Vfr. auch nur ein einziges Vorurtheil u. s. w. namentlich bezeichnet hätte, waS doch ganz besonders wichtig gewesen wäre, eben nm die schadhaften Stellen auszubessern und das dadurch gefährdete Ansehen deä Thalmudismus zu schützen. Jedoch wir sind auch daran gewöhnt, auf Freimütigkeit von jener Seite her zu verzichten und ein Wortgeklingel von Restauration zu vernehmen und von abzuschaffenden Mißbräuchen, ohne daß man etwas Anderes sieht als ein krampfhaftes Festhalten an jeder Albernheit. Aber Eines ist es, was den Vfr, in seiner nackteste» Blöße zeigt, jener zügellose Fanatismus, der, statt mit Gründen, mir Schmähungen bekämpft, dem jede abweichende Meinung Gottesleugnung und Religionsspötterei, welchem das Streben, ein verunstaltetes Glaubens- oder vielmehr Uebungssystem zu reinigen, weiter Nichts als Sinneslust ist—wie Dies Alles jede Seite dieser Schrift beurkundet — und dem ein Jeder, welcher zum Wohls der Gesammtheit seine Ansichten in jenem Sinne der Oeffentli'chkcit übergiebt, ein aufdringlicher Reformator ist (S. XII). Zwiefach verwerflich erscheint ein solches Gewebe von Verketzerungen, wenn sich noch schlaue bürgerliche Verdächtigung dazu gesellt und wahrheitsliebende Forscher cbericht genannt werden, »weil weder die Regierungen noch die Staaten das volle Bürgerrecht Denjenigen criheilen werden, die mit ihrer wichtigsten Angelegenheit ein Spiel treiben, die mit der Abänderung ihrer schon Jahrtausende (?) bestehenden Religionsvorschriften aller Garantie für treue Erfüllung ächter (gicbt es auch unächtc?) Unterchairen- und Bürgerpflichten