Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 547 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2929020-2929026-2929030-2930483--1363-2930652- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
547 Briefe über Juventhmn, von Ben Usiel. Gattung, nicht dem Menschen, sondern den Menschenmiistern, angehöriger Pflichten als nöthwendkg und nicht über« tretbar aufzubürden. Nein, m. Bester, Dies kann nicht Grund der von Ihnen s. g. Eidauß sein!— Daß, trotz allen Ihren Versicherungen, die ich Ihnen gerne glaube, dennoch eine bevorzugende Lebensaufgab e, vorzüglich in Denen,welche den mnern hohen Beruf nicht fühlen — und solcher Unterschiede wird es immer geben, so lange Menschen, wenn auch in wahrhaft menschlichem Wirken, doch Menschen bleiben—, Stolz und Hochmuth erzeugen müßte, als seien sie besser, mehr Lieblinge Gottes als alle Frommen in andern Glaubensgemeinden, will ich nicht einmal stark her, vorheben. Mir war der Spruch unserer Alten*): «Die Frommen aller Glaubensgemeinden haben Antheil an dem ewigen Leben« sehr erhebend; ich fand darin die Anerkennung, daß daS Verdienst des Menschen in seiner Wirksamkeit, nach Maßgabe der erhaltenen, unablässig angestrebten und gewonnenen Erkenntniß und der angewandten Willenskraft, bestehe; er war mir um so erhebender, je weniger ich bei jenen Männern, welche mit der größten Strenge ihre Erkenntniß, als die einzig richtige, und ihre Handlungen, als die einzig an sich, guten, festhielten, eine schlaffe, abflachende Jndulgenz annehmen durfte. Nach Ihrer Ansicht aber könnte ich mich nicht enthalten, selbst in diesem schönen Spruche eine vornehme Herablassung zn finden, die auch Denen, welche nicht einmal eine so erhabene Wirksamkeit anstreben, dennoch einen, gleichviel ob geringeren oder auch gleichen, Lohn zukommcn lasse, während das größere Verdienst, und um so größer, je uneigennütziger, doch den Israeliten blos inwohnte. Gegen eine solche Ansicht, die blos hie und da vielleicht in Gemüthern, welchen *) Der Vir. deutet diesen Spruch, ohne den Hauxtsinn zu per» wischen, etwas anders — worüber später —, S. 70 Ab; die Quelle für die dort angeführte Stelle aus Jalkut ist Eliahu rabba v. <) (schon bei Pleßner Apckryphen, Vorr. S. Dgl. fernere Stellen bei Reggio Thorah und Philosophie S. I8ü A., v. Salem vn zweites Kenoschreiben gegen Hertmann S. <>5 ff- 35 *