Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 546 (sequence 29)
- Language
- German
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546 R r c r n s r o n e n, Wortes: und während im Innern keine wesentliche Bevorzugung und keim wesentlich neuen Verpflichtungen Statt finden, sollte nach Außen hin plötzlich ein ganz getrennter Beruf ent, stehen? Unsere Religion nimmt ferner den Menschen mit allen seinen Vorzügen und Schwachen ganz nach der Wirklichkeit und . will ihn keineswegs höher schrauben, als der Schöpfer ihn in Wahrheit hingestellt hat; sie verlangt nicht Ertödtung unserer irdischen Triebe, blos Veredlung derselben, sie verlangt nicht Aufgeben oder Verachtung deS Besitzes, will im Gegentheile gesegnete Anwendung desselben, nicht kränkelndes Sichselbstauss geben, sondern km Gegentheile Selbstbcwahrung, um mitein« stimmen zu können in den großen Chor der Gottesdiener. Und nun sollte dieselbe Religion einem Menschenstammr, -der weder durch körperliche nock durch geistige Eigenschaften vom Schöpfer ausgezeichnet worden, insgesammt eine gekstigchöhere Aufgabe geben, sollte auch den Schwachen und den geistig Tiefstehenden, die er° erzeugt, nicht blos die allgemeine Menschenpflicht, das redliche Streben nach religiös-tugendhaftem Leben, gemäß seiner gleichfalls redlich angestrebten und errungenen Einsicht und Stellung, sondern auch noch einen lieber« schuß auferlegen, aus dem einzigen Grunde, weil er — durch Geburt diesem Menschcnstammc angehört? Hatten Sie die Ansicht des Verfassers des Buches Cosri in ihrem vollen Umfange angenommen; Hätten Sie behauptet, Israel habe von Gott eine gewisse geistige Bevorzugung erhalten, einen geistigen "Funken," der in ihm die Erkenntniss, wenigstens das unmittel« bare Gefühl für das Wahre und das Gute von selbst anfache: so hätte ich die besondern Pflichten — von welchen freilich jener Weise Nichts, weiß, indem er das ganze Judenthum als menschlich - göttliche Pflichten betrachtet — als eine consequente Folge gelten lassen. Davor scheint Sie Ihr richtiger Sinn bewahrt zu haben; aber Ihre Bereitwilligkeit, indem Bewußtsein, Etwas für Andere leisten zu können, auch eine jede Verpflichtung zu übernehmen, hat Sie dahin geführt, einer großen Anzahl von Menschen, welche aus den verschiedensten Individualitäten zusammengesetzt ist, eine ganz neue