Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 544 (sequence 27)
- Language
- German
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544 R e c e n s i o n e n. habe, und ich — würde mir mit dieser Antwort auch alle früheren Erklärungen verbitten. Ich könnte also, da ich die Gründe geschichtlicher Erscheinungen nicht erspähen will, über diesen Punkt hinweggchen, wenn Sie nicht so bedeutungsschwere Folgen aus Ihrem Erklärungsversuche gezogen hätten. Aus dem Erziehungsplane nämlich, den Sie enthüllen, entwickeln Sie alles Dasjenige, was Israel als Erfüllung seiner Bestimmung anzustrcbm hat, seine Pflichten. Sie stellen da nutt keineswegs die Meinung auf — die neuerdings einigen Anklang gefunden hat—, als ob Israel berufen sei, die Menschheit zu belehren in den göttlichen Dingen und in ihren menschlich-göttlichen Pflichten, und zwar belehren im strengsten Sinne des Wortes, was man besonders in dem Schristworte "Priesterreich" ausgesprochen finden wollte. Ihren Ausdruck "Träger der.Lehre über Gott und Menschthum an die Menschheit"*) erklären Sie an andern Stellen ") richtig, daß Israel blos dastehe --zum Beispiel, zur Warnung, zum Muster, zur Erziehung--, --ein stilles Lebensbeispiel, ein Lehrer der Allgcrechtigkeit und Allliebe-- und bezeichnen es ausdrücklich als das Ideal Israels*'"), daß „jeder Iissroeilssohn sei geachteter, mitwirkender Beispielspriester der Gerechtigkeit und Liebe, nicht Jissro eilth um — was ihm verboten — , aber reines Mensch thum unter den Völkern verbreitend." Wer unfern Glauben kennt, wird hier beistimmen; dieser weiß Nichts von der Aufforderung : „Gehet hin und lehret alle Völker ... und lehret sie halten Alles, was ich euch befohlen habe.-- Nicht durch solches äußerliche Hinantragen, ohne daß der Empfänger innerlich dazu herangebildet wäre, wird Wahrheit und sittliche Religiosität verbreitet; ein Jeder vielmehr soll, nach eigenem allmäligem Heranreifen — und die Vorgänge in seinem Innern, diese Vorstufen, sind nur ihm allein bekannt —, die Wahrheit aufnehmen, indem er erst dann für sie, ohne sie durch Mißverstand und Mißbrauch zu entweihen, empfänglich ist. Der Ausspruch unserer Alten, auf den Sie hiudenten, daß Prose- ') S. 59. *") S-30.-iS. 8vk