Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 543 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefe über Judcnthum, von Ben Usiel. 543 scheu erniedrigende Bcsitzsucht und selbstsüchtige Engherzigkeit nnd wie hier Achtung des Rechts, des Menschenrechts, Mensch unter Menschen zu sein, und die Ansichtdaß Gottes die Erde sei, und wer nur den Stempel als sein Kind trägt, freudig von Allen als Bruder geachtet werden soll—wie dieses Recht und diese Gesinnung ohne Gewalt, blos durch die Kraft ihrer inncrn Wahrheit, das Opfer der niedrigen Selbstnnd Besitzsucht fordert; und begrüße freudig, wo dieses Opfer gebracht wird, als eine Morgenröthe wieder erwachenden Menschthums in der Menschheit, eine Vorstufe zur Anerkennung Gottes als deS alleinigen Herrn und Vaters, aller Menschen als des Alleinen Kinder und somit Brüder, und der Erde als Allen gemeinsam von Gott geliehenen Bodens zur Verwaltung nach Gottes Willen.« *) Nicht minder stimme ich Ihnen bei, wenn Sie die Frage als, eine mehr untergeordnete betrachten - die innere Heranbildung Israels und das Durchdringen des Grundgedankens seines Glaubens als die weit höhere erkennen und bemerken, daß es traurig wäre, wenn man mit Erlangung der Gleichstellung nun Alles für abgeschlossen hielte **). Ueber den Grund hingegen, warum Israel in Leiden lebte nnd lebet, da möchten wir, wie gesagt, nicht so einstimmig sein; denn diese Erzichungsplane wage ich nicht, selbst nach dem Eintreffen der Ereignisse, nachzuzeichnen. Ich könnte selbst manchen Einwand dagegen machen und so — gar Gott meistern wollen, könnte fragen, was denn der Druck, da er ja, wie Sie selbst gestehen ***), den Geist fast gänzlich aus unserer Mitte verbannt oder verkehrt hat, da er gerade die Basis unseres Glaubens, in tatkräftiger Gesinnung alles Höhere zu vollziehen und alles Irdische zu veredeln, erschüttert hat, eigentlich genützt habe, und ob es nicht besser gewesen wäre, einen Zustand cintrcten zu lassen, der das Aufkeimen und üppige Wachsen dieses großen Grundübcls verhindert hätte? Sie würden mir Dies dann wohl verweisen und mir zu bedenken geben, daß die göttliche Weisheit wohl am Besten wisse, wie sie es einzurichten S. »1. - ") G. 82 ff. - "') S. 50. 72. 8',. 8k>. ff. 07. 08 über Pilpul. 101. 102.