Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 542 (sequence 25)
- Language
- German
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542 Re cen s i olle tt - Genuß erstrebenden Vielgötterern" *) ist dort mit Recht keine Rede. Freilich ist Dies ein Jrrthum, der mir nur Zeuge ist Ihres hervorragenden sittlichen Gefühles, das in jedem Wahne des Menschen auch eine Gesunkenheit seines göttlichen Strebens erkennt; wenn Sie davon sprächen, daß. jede gehemmte Gcistesfreiheit auch den begeisternden Aufschwung nicht in vollem Maße gestattet, so stimmte ich freudig bei: aber der Jrrthum ist nicht umgekehrt immer Kind unlauteren Willens. Wir kommen nun unserem eigentlichen Gegenstände näher , wir kommen an Israel. Sie führen mich zur Begreifung seiner Geschichte in der Vergangenheit und Gegenwart wieder in den göttlichen Rathschluß ein; aber Sie wissen es schon, hier kann ich Ihnen nicht folgen. „Löse Deinen Schuh von Deinem Fuße, denn der Boden, auf dem Du stehst, ist heiliger Boden!" Ich glaube es nicht, daß der wahrhafte Jsraelite zu irgend einer Zeit unglücklich war; den jetzigen Stand der Juden beklage ich in mancher Hinsicht, aber er vermag den innerlich Frommen nicht zum Murren gegen die Vorsehung zu bewegen und nicht seine Gemüthsruhe zu stören. Das Streben nach Verbesserung dieses Zustandes, nach Erringung bürgerlicher Gleichstellung ist mir ehrwürdig, wenn es in der Gestalt austritt, nicht um in rein, ego ist i sch e m Sinne Schranken zu durchbrechen, sondern um neuen Boden zu gewinnen zur Benutzung aller Kräfte zu wahrhaft menschlichem Zwecke, wenn es von der Ueberzeugung geleitet wird, daß die durch die Gleichstellung bewirkte Eröffnung einer jeden Lebensbahn nicht blos hie und da dem Einzelnen mehr Gemächlichkeit erwerbe, sondern auf die Entfaltung aller geistigen und sittlichen Kräfte von mächtigem Einfluß sei, daß auch überhaupt das Bewußtsein, das volle Recht und die volle Milde des Staates zu genießen, nicht beständig Zurücksetzungen erdulden zu müssen', alle Gefühle veredele. Ich stimme Ihnen völlig und aus dem Innersten meines Herzens bei, wenn Sie sagen: »Ich segne die Emancipation, wenn ich sehe, wie ihr heutigen Tages kein geistiges Princip, wenn auch nur ein wahngebornes, entgegenstehet, sondern nur den Men- ) S- S7.