Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 541 (sequence 24)
- Language
- German
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Briefe über Judciithum, von Ben Usiel. 541 ungerechte und (möge der Herr und mögen Sie mir das Wort verzeihen!) stümperhafte Verfahren wollen Sie dem großen, heiligen Gotte beilegen? Nein! ich denke, nicht blos Warnung werden unö diese Völker sein; sie werden , rin jedes auf verschiedene Weise, gefördert haben und vielleicht durch ihre Denkmale, .welcher Art diese seien, noch fördern, sei es m Gotteserkenntniß und Sittlichkeit, sei es in Kunst und Wissenschaft oder auch in Mitteln zur Erleichterung des irdischen Lebens. Was sollte uns auch hier der Verfall irdischer Größe besonders lehren? Das zeigt sich uns im Einzelnen und im Großen tagtäglich, und unser eigenes Leben giebt uns die Mahnung beim Aufstehen und beim Niederlegen. Mensch , was äußerlich an Dir und um Dich ist, schwindet hin. Daß auch Staaten sinken und vergehn? Diese Lehre trifft den einzelnen Menschen sehr wenig.— Nun wundert es mich auch ferner nicht, wenn Sie von einer neuen Gestaltung der Erde nach der großen Fluth spreche«. Diese Meinung scheint mir aus dem von Ihnen auf, gestellten Erziehungsplane zu folgen und ist Ihnen natürlich, aber mir unannehmbar. — Sie kennen in der Geschichte auch keinen andern Götzendienst, als einen aus sittlichem Verderben entspringenden; Sie meinen, der Mensch irre zuerst ab von Gott, seine eigne Kraft vergötternd und dann auch ebenso andere Kräfte vergötternd"), obgleich Sie freilich ein anderes Mal den Menschen zuerst die übrigen Geschöpfe und dann sich auf den Thron setzen lassen *'), und diese Ansicht tragen Sie auch später auf die Bedeutung vieler Gebote im Judenthume über. Sollte denn der Mensch, in der Anerkennung seiner Gebundenheit und Begränztheit, bevor er die wahrhaft ihm gesetzte Schranke erkennt, sollte er nicht irren können, irren in Unschuld, aus Mangel an Reife, wie das Kind irrt, nicht aus Böswilligkeit? Sie kennen doch wohl die schöne Sage unserer Alten, wie Abraham sich hinanringt zur Erkenntniß des Allschöpfers durch die Einsicht: »ein Hohes ist über dem Hohen hütend und Hohe über ihnen?"— Von »Besitz und *)S. 27. — **) S'.W.I-