Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 538 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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538 R e c e n s i o n e n. fehlenden Üebergänge hinzufügte: aber bald wurde ich in meinem Gange aufgehalten. Denn Nachdem der Unterschied zwischen den andern Wesen und dem Menschen, der dessen eigenthnmlichen Vorzug begründet, daß er mit Freiheit und Bewußtsein wirkt, erörtert war, kam der hier unvcrmuthete Zusatz, haß Dies die alleinige Größe der Menschen sei , daß die göttliche Stimme zu ihm spreche, während sie bei den übrigen WeseN in ihnen oder vielmehr durch sie sich vernehmbar mache, und wir daher diesen göttlichen Willen vernehmen müssen *). Soll Dies weiter Nichts bedeuten, als daß eben die andern Wesen den in ihrem Dasein und Wirken sich kund gebenden göttlichen Willen nicht erkennen, ihn nicht frei vollziehen, wahrend er dem Menschen klar wird und hiedurch zu ihm spricht, daß wir ferner, weil wir uns über ihn hinwegsetzen können, ihn wohl beachten , aufnehmen , d. h. dann vernehmen (mit unserer Vernunft zu erkennen suchen) müssen, so gebe ich Dies hier schon, als identisch mit dem Frühen!, unbedenklich zu; aber Sie scheinen einen andern Sinn mit diesen Worten zu verbinden. Sie meinen, Gott deßhalb gehorchen, weil auch wir seinen Befehl »als recht und weise und gut" erkennen, sei kein Gehorsam gegen Gott, sondern gegen uns selbst **). Ich bitte Sie, m. L., wie verstehn Sie Dies? Es wäre also keine Vollziehung des göttlichen Willens, wenn wir Demjenigen, was wir durch unsere Einsicht als solchen erkannt haben, Folge leisteten? Dies ist ja eben unser Bewußtsein, daß wir den göttlichen Willen als solchen erkennen, und Dies die wohlangewandte Freiheit, daß wir,Msern Trieben gegenüber, dessen Vollziehung anstreben? Wie folgt diese neue Anforderung aus dem Bisherigen? Sie sagen nicht, daß der Mensch aus sich selbst unfähig sei, seine Bestimmung und daher die Norm für sein Thun und Lassen zu erkennen, und verlangen dennoch eine von Außen gegebene Anleitung dazu, und diese Anleitung sogar unbegründet und mit Willen unbegründet gegeben, damit er nicht blos seiner Einsicht folge? Müßte ein .) S- 2l. — ") S. 25 und 26.