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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 3 · p. Seite 539

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1836-01-01
Page
Seite 539 (sequence 22)
Language
German
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Briese über Judenthum, von Ben Usiel. 539 solches Verfahren nicht geradezu ablenken davon, daß er gar den Inhalt seines Bewußtseins sich zu entwickeln unternehme, da er diesem entgegen zu handeln angewiesen wird, und wäre sein eigeuthümlichster Vorzug dann nicht dahin? Sie meinen allerdings, des Menschen Bestreben solle sein, den göttlichen Willen zu erkennen und erfüllen, sei es nun in dem ihm innerlich mitgetheilten Rufe, sei es in einem äußern; aber dann müssen doch beide in Uebereinstimmung stehn und nicht blos nicht einander widersprechen, sonoern auch nicht, durch die Unbegreiflichkeit des einen, einander ausschließen. — Ich habe einen solchen Ausspruch von Ihnen nicht vermuthet; hätte ich Dieses, wozu dann meine Fragen? Es ist Gottes Wille, daß wir als Juden so leben und so handeln, und in der Vollziehung dieses Willens müssen und werden wir auch unsere Freude findeich ob wir ihn begreifen oder nicht. Sie suchen mir später freilich Alles ganz anders darzustellen; aber, verzeihen Sie, Dies bedünkt mich fast, als sei es eine Nachgiebigkeit von Ihnen, als folgten Sie dem alten Spruche: wisse, was Du dem Ungläubigen zu erwidern hast. Diese Annahme führt Sie dann zu einer zweiten, als habe »Offenbarung göttlichen Willens an den (ersten) Menschen für die Menschheit" Statt gehabt, nur übergehe die Schrift dieselbe; hätten Sie den letzten Zusatz nicht gemacht, so würde ich über diesen geschichtlichen Punkt nicht streiten, da er rann Ihrer Schrifterklärung zukäme: aber nun, woher diese Hypothese? Ich weiß es freilich, daß neuere Philosophen, und gerade diejenigen, welche ihr ganzes System auf positive Geschichte gründen, sehr viel von einer Uroffenbarung sprechen; aberw i rwollen nicht grübeln und Nichts dem Schriftworte eigenmächtig hinzufügen. — Was die Noachiden betrifft, so übergehe ich Dies, wie überhaupt die Erklärungen der einzelnen in der Bibel erzählten Ereignisse, als Resultat» aus Ihrer Eigcnthümlichkeit in der Behandlung der Schrift. Aber die Ansicht, welche Sie aus den Geschichten ziehen, ist mir doch gleichfalls etwas bedenklich. Erwägen Sie doch, mit welcher Zuversicht Sie den Schritten der göttlichen Vorsehung nachgcben und ihr überall ihre Erziehungsplane Manschen. Ich

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