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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 3 · p. Seite 536

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1836-01-01
Page
Seite 536 (sequence 19)
Language
German
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5Z0 R e c e ri s i o n e n. auch vielleicht uns scheinen mag; wir haben schon den unruhigen Benjamin nicht ganz gefaßt, und so mag uns auch der beruhigte etwas räthselhaft sein. Denken wir uns aber unfern Benjamin, wie ein Jeder einen Gegner, würdig des Lekämpfens und Ueberführens, wünscht, mit offenem Blicke, nicht in die FcffelN der Gewohnheit eingeengt, aber auch ebensowenig jeder Schranke spottend, empfänglich für eine jede sich ihm darbietende Wahrheit, wenn sie auch seinen früher» Meinungen noch so widersprechend wäre, aber sie sorgsam prüfend, fähig der Begeisterung für wahrhaft Erhabenes und Hohes, aber nicht in kränkelnder Sehnsucht sich einem jeden, aus Ueberzeugung, mit Wärme und Beredsamkeit und durch diese Eigenschaften mit natürlichem Uebergewichte dargcbotenen, Mittel der Beruhigung hingebend, sonder» mit Kraft des Geistes und des Charakters auch den edeln Regungen, wenn sie Beimischung von Schwäche annehmen, Schranken setzend, endlich auch ausgerüstet mit genügender Kenntniß zur Ergründung des Gegenstandes, mit hinlänglicher theologischer Bildung, ohne daß sie ihm deßhalb zum Schoßkinde geworden, das er nicht antasten möchte—, denken wir uns den Benjamin so, und dann freilich seine früher» Fragen als eine Abirrung, als Erguß einer Schwäche, die ihn befallen, die er aber bei einem kräftigen Aufrütteln leicht besiegen wird: wie würde er geantwortet haben?— Wir zweifeln keineswegs, daß er, nach den ihm gemachten Erörterungen, mit inniger Hochachtung seinem Freunde genaht sein würde, dem Freunde, der ihm nicht blos die Tiefen des eigenen Innern erschlossen hatte und ihn darin einen religiösen und sittlichen Schwung der Gesinnungen erblicken ließ, wie er sich selten zeiget, sondern der ihm auch mit klarer Einsicht das wahrhafte Princip der Sittenlehre, allem egoistischen Eudämonismus, geschweige Hedonismus, gegenüber, entwickelte, der ihm den Beruf des Menschen aus dem inner» Rufe desselben und diesen wieder aus der Stellung, die der Mensch in der Reihe der Wesen einnimmt, und das Ganze aus dem heiligen Willen des Schöpfers, der sich darin ausspricht, nachgcwiesen hatte. Wir zweifeln ferner nicht, daß

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