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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 3 · p. Seite 534

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1836-01-01
Page
Seite 534 (sequence 17)
Language
German
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534 R ec e ns i o n e n. von unrichtigen Principien aus gemacht werden. Das Schick« sal Israels nämlich gehört zu seiner Erziehung; seine Lehre gebietet blos, alle Genüsse und allen Besitz als Mittel zu betrachten, gestattet aber nicht nur Lebensfreuden, sondern findet eben willkürliches Selbstqnälen durch Versagung des Erlaubten sündhaft, sieht hingegen in froher Lcbensheiterkeit durch das Bewußtsein , unter Gott zu leben und zu wirken, höchsten Gottesdienst. So hat auch Israel durch sein Leben und seine Lehre gewiß in den höchsten menschlichen Angelegenheiten einen wichtigen Beitrag geliefert. Freilich steht es abgesondert da, damit 'es eben an dem ihm gewordenen Aufträge festhalte, aber weder aus Haß noch aus Uebermuth gegen Andere. Fordert seine Lehre Ergebung in die Schickungen, nun, so beugt eine solche Ergebung nicht nieder; die Bewahrung der Geistes- und Gemüthskraft bei dieser Ergebung ist gerade Zeichen der erhabensten Stärke. Und die Lehre, welche solche Ansichten in sich trägt, hemmt gewiß nicht die Wissenschaft; die Kunst hemmte sie blos zum Theile, seitdem dieselbe zur Vergötterung der Geschöpfe, zur Vergötterung der viehischen Triebe diente, und allerdings — dem Judenthumc geht Wahrheit , über Kunst. Noch weniger wird der Geist durch Satzungen gehemmt; Glaubenssatzungen kennt das Judenthum nicht, aber wohl Grundansichten, die das'Lcben leiten: was nicht hiezu gehört, eitle Grübelei, verwirft es, obgleich freilich eine solche, auf eigentümliche Weise, weil man sich an das Aeußere bei Unkenntniß des Geistes gehalten, in letzter Zeit eingeschlichen ist. Nur rin Mißverstand konnte Beschaulichkeit ohne tätiges Eingreifen in die Lehre bringen. Daß Beschränkung im Gewerbe zu unserer Zeit durch die Lehre erzeugt wird, mag zugegeben werden; aber soll Dies, gegen den hohen Auftrag gehalten, als wirkliches Hinderniß zur Erfüllung desselben erscheinen? Ebenso wird auch die Bedenklichkeit schwinde», daß man im Verkehre mit Nichtjuden sogleich als Jude erkannt werde und den Grad der Vertraulichkeit mit ihnen nicht erreichen könne, wenn wir uns nur wahrhaft als Juden begreifen und durch unser Leben als solche uns dieses Namens nicht zu schämen haben, wenn wir durch ein

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