Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 525 (sequence 8)
- Language
- German
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Briefe über Judenthum, von Ben Usiel. 525 Jüdin durch eignes Leben still bescheidene Priester und Priesterin Gottes und reine» Menschthums" ist; »wenn des Ideal und die Aufgabe unser wartet: wollen wir noch, mein Benjamin, trauern über unser Geschick?« (S. 35—50). Aber wenn so in dem geschichtlichen Zwecke Israels sich die »Höhe seiner Berufsidee" ausspricht, wie nun in seiner Lehre, die so ganz Unentsprechendes bietet, »nur Beten und beschauendes Leben, und dazu begriffswidrige Forderungen und geistlose Hebungen?»— Dieser Schein ist blos dem Mißverständnisse zuzuschreiben, dem durch Jahrhunderte langen Druck verursachten Schwinden des Geistes, während blos das Aeußere, die versteinerte Mumie gerettet wurde, einem Mißbrauche mit der Kabbalah , welcher die »Hebungen, zur Erziehung des Geistes und Erzeugung des Lebens bestimmt, zu Amuletenwesen erniedrigte». »Jahrhunderte des Druckes und des Elendes, zum Wirken keinen Raum bietend, nur zu dulden und zur Ergebung rufend und Erhebung dazu im Gebete findend und in Beschauung des Lebens Trost,'» mußten gerade diese Seite hervorkehren. Letzteres wurde auch noch dadurch verschuldet, daß »allmälig ein Theil eines Werkes in die Hände des Volkes kam, das ursprünglich nur für Repetition des Gelehrten bestimmt, die letzten Resulrate der thalmudischen Wissenschaft rein für die äußere Praris darstellt," und gerade blos derjenige Theil, der die Abschnitte über Gottesdienst und Festtage enthält, während die übrigen Pflichten in den Zandern Theilen, blos den Gelehrten verständlich, entwickelt werden, und so sich nach und nach hie und da die »unglückselige Ansicht» erzeugte, das Ekgenthümliche des Judeuthums sei Nichts als Beten und Festtage feiern, das Leben aber unerkannt blieb (S. 50. 92).— Diese Verkennung darf uns nicht die Lehre selbst sein; sie muffen wir aus den Quellen erkennen, aus »Thnach, Schas und Midrosch,» müssen aus Thnach, nach der Kenntniß der Sprache und nach Erfassung des Geistes der Sprache und hiedurch des Sprechenden, nachdem wir Lurch es zur Anschauung der Natur mit davidischem Sinne, zur Vernehmung der Geschichte mit jesaitischem Ohre gelangt