Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 520 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2929020-2929026-2929030-2930483--1336-2930625- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
520 Recenfivnen. Gottes Stimme in allen übrigen, oder vielmehr durch alle übrigen Geschöpfe spricht, sie in Bezug auf den Menschen zu ihm spricht; daß er sie frei aufnehme, als Hebel seiner Lebensthat." „Gut soll ihm darum nur das sein, was diesem Gottes Willen und den von Gott gesetzten Bestimmungen der Wesen entspricht; bös nur das, was dem entgegen." — „Aber mit seiner Freiheit ist auch Abirrung alS möglich gegeben." „Durch seinen thierischen Theil, die Anforderungen seines Körpers, droht Genußsucht; daß von dem Reiz des Angenehmen, den Gottes Liebe jeder Befriedigung des Bedürfnisses zugesellt, bestochen, Genuß ihm Zweck werde und er Genuß nicht nur als Mittel erstrebe. Durch Geisiesherrschaft drohet Stolz; daß in der Kraft, nach erkanntem Zweck die Dinge umzuwandeln und zu beherrschender sich selbst als Herrn achte, Gottes vergesse, vergesse, daß Alles nur zu bestimmten Zwecken geliehenes Gottes-Eigenthum sei, und er das Recht sich usurpire, nur eigenem Willen sich unterzuordnen." — (S. 21—25). Seinen Willen that nun Gott auch sogleich dem ersten Menschen kund, durch welchen er der ganzen Menschheit bekannt werde; jedoch übergeht die Schrift diese Mittheilung, weil sie „später für den Kreis eines Volkes verjüngt erscheint," und nur ein „Erziehungsgebot," das Verbot des Genusses vom Baume der Erkenntm'ß, „erscheint." Ein Grund dieses Verbotes wird dem Menschen nicht angegeben; er soll es eben blos erfüllen, um Gottes Willen als solchen zu vollziehen, und achtete er blos darauf, weil auch eres als recht und weise und gut erkennt, so wäre Dies ein Gehorsam gegen sich selbst, nicht gegen Gott. Aber da reizte den Menschen die Genußsucht, die gerade den ver, botenen Genuß so süß fand, und der Geistesstolz unterstützet sie mit dem Ausspruche: weiß ich ja selbst, was gut ist und was böse, und habe ich ja Macht über die Erde. Und die Uebertretung des göttlichen Willens erfolgt, aber auch die Strafe, und zwar so, daß sie bessere. Ist es die Leichtigkeit, womit der Mensch zum Genüsse gelangt, was Genußsucht erzeugt, und ist sie es ferner, welche die Schranken der Kraft verkennen läßt und Geistesstolz nährt: nun, so muß der Weg