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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 3 · p. Seite 519

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1836-01-01
Page
Seite 519 (sequence 2)
Language
German
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Briefe über Judenthum, von Ben Usiel. 519 die Geschichte, klar werden, damit wir dann Israel als eines der bewegenden Räder auf diesem geschichtlichen Wege zu würdigen wissen. Auf dieselbe Weise gerade führt uns auch die »Thauroh-- (S. 9. 10). Sie beginnt mit der Schöpfung. Alles, so lehrt sie uns, ward durch Gott, Alles hat Kräfte und Gestalt erhalten, angemessen der Stufe, welche es einnehmen soll, Jedem ward auch eine Gränze gesteckt, daß eS seine Stufe nicht überschreite und nicht in den Kreis des Mir» geschöpfes eingreife, und so wie von Anbeginn Alles Gott seine Entstehung verdankt, so ist auch »Forterhaltung und Fortentwickelung" sein Werk. Und Zweck dieses Weltganzen, was kann er anders sein, als daß Jedes in der Entfaltung der ihm zuertheilten eigcnthümlichen Kräfte und in dem Wirken durch dieselben sich als »Diener Gottes," als bestimmt zur Erfüllung des göttlichen Auftrages beweise? (S. 10—16). Nichts Anderes kann nun auch der Beruf des Menschen sein, auch er ist "Gottesdiener"; das menschliche »Bewußtsein sprichts und es sprichts die Thauroh," .daß er 2^, lEbenbild Gottes-- sein solle, wie Gott wirkend in Gerechtigkeit und Liebe, --und jede Fähigkeit und jede Kraft — Mittel zum Wirken.-- Nur soll er es »mit Bewußtsein und Freiheit.-- »Dem Gesetze, dem alle Kräfte bewußt- und willenlos dienen, dem sollst auch du, aber mit Bewußtsein und frei, dich unterordnen." Dieses ist eben der Vorzug des Menschen vor seinen Mitgeschöpfen, daß er sich des ihm gewordenen göttlichen Auftrages bewußt wird, und daß er die Fähigkeit besitzt, durch eigene Wahl ihm nachzuleben. Alles Andere, was ihm von Außen als Mittel ver« liehen wird, womit er wirke, bedingt nicht seine Würde und begründet nicht die Vorzüglichkeit seiner That, sondern w ie er wirken will, macht seinen Werth aus, und wieviel seine That an sich tragt von der Uebereinsiimmnng mit dem gewordenen Berufe nach dem Maße'des ihm Verliehenen, bestimmt ihre Güte. „Erfüllung göttlichen Willens mit Besitz und Genuß, mit Gedanke, Wort und That, das ist unscrs Lebens Gehalt." (S. 17—21). „Und diesen Willen müssen wir ve rne hm en. Den» das ist die alleinige Größe des Menschen, daß, während

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