Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Geschichte [Rezension]
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 510 (sequence 7)
- Language
- German
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510 R e c e n s i o n e n. balah genannt werden (S. 76) , wenn wir Clieser ben Hyrkanus — dessen Geschichte, als von der später» Sage ausgeschmückt, nicht so treu hätte nacherzählt werden sollen — als „Kabbalisten« lS. 108) bezeichnet sehen, wenn Hai (S. 238) der Kabbalah huldigen — wogegen wir nur auf Rapo» port's Lebensbeschreibung desselben zu verweisen brauchen—, Ebn Esra gegen kabbalistische Grübeleien ankämpfen soll (S. 256), während zur Zeit der eigentlichen Entstehung der Kabbalah von einer größer« Verbreitung derselben die Nede ist (S. 414), »nd an einer Stelle (S. 286) die Mystik als ein besonderes Entwickelungsmoment neben der Kabbalah erscheint.— So läßt sich auch gegen die Charakteristik manches einzelnen Gelehrten hie und da eine Ausstellung wachen. Die Lehrer, welche im Thalmud Vorkommen, gehn im Ganzen zu sehr in der thalmudischen Richtung auf und bewahren meist zu wenig Eigentümlichkeit und Selbstständigkeit, als daß die Angabe der den Einzelnen besonders zukommenden Eigenschaften, in Bezug auf ihre geistige Richtung, nicht sehr schwankend sein müßte. So ist das von der Methode des Jochanan ben Sakkhai Gesagte (S. 106) gewiß nicht in vollem Umfange wahr; ganz neue und geänderte Umstände bewogen ihn allerdings, Neuerungen und Aenderungen einzuführen, über der Grundsatz eines strengen Haltens an der Ueberlieferung der Lehrer ist auch bei ihm nicht zu verkennen. Statt dieser einzelnen schwankenden Charakterbestimmungen wäre wohl eher die ganze Zeitrichtung, welcher sich die Meisten unterordneten, und welche in manchen Abschnitten eine auffallende Veränderung annimmt, hervorzuheben gewesen, so z- B. wie mit dem Abschlüsse der Mischnah ein Streit gegen die Ansicht eines Mischnahlehrers allmälig als widergesetzlich erscheint, dann ein Aehuliches mit dem Abschlüsse der Gemara in Bezug auf diese eintritt, wodurch das ganze geistige Leben, selbst zu den Zeiten, in welchen große Wissenschaftlichkeit und freie Regsamkeit herrschte, eingeengt und in eine Einförmigkeit, der man sich nur mühsam entwinden konnte, gebannt wurde. Es muß daher auch das Lob der ausgezeichneten und gewiß im hohen Grade anzu-