Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Fragmente aus dem Tagebuche eines jüdischen Laien
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 496 (sequence 4)
- Language
- German
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496 V. Fragmente aus dem Tagebuche fers allliebenden Vaters mit inniger Andacht eingestimmt; allein ich finde es nichtsdestoweniger unstatthaft, diesen deutsch - christlichen Kirchengesang ohne Weiteres in unsere Synagoge zu verpflanzen, und zwar aus dem einfachen aber entscheivenden Grunde, weil er daselbst des geschichtlichen Anhaltspunktes entbehrt, der ihm, wie jedem Religionsgebrauche, zur Wirksamkeit unentbehrlich ist. Von innen heraus muß die Umgestaltung des jüdischen Cultus geschehen, wenn die neue Pflanzung Wurzel schlagen soll. Und dies scheint mir, so weit ich diesen Gegenstand als Laie zu beurtheilen vermag, nicht ganz so schwierig, als Viele wegen der mehrmals mißglückten Versuche zu glauben geneigt sind. Ich stelle folgende Hauptbedingungen an eine wirksame jüdische Cultusreform: 1) von den alten Gebeten werde so viel als möglich beibehalten, und jedes neu einzuführende nach dem Muster der alten verfaßt; 2) Kirchenmusik und Kirchengesang muß nach dem Charakter unserer Gebete melodisch und so viel als möglich auf Antiphonien und Doppelchöre, wie dies bekanntlich auch der, jüdischen Mustern nachgebildete, Ambrosianische Kirchengesang war, gegründet sein; 3) „Besser wenig beten mit wahrer Andacht, als viel ohne Andacht." 4) in denSynagogen deutscher Juden werde auch nur in deutscher Sprache gebetet ' (was sich selbst aus den thalmudischrn Lehren genügend rechtfertigen laßt); endlich