Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Kampf christlicher Theologen gegen die bürgerliche Gleichstellung der Juden
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 461 (sequence 16)
- Language
- German
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gegen die bürgerl. Gleichst, der Juden. 461 Erde richten, wie Dies Dinier (Selbstbiogr. S. 179) berichtet und mir selbst Beamtete bestätigten? Freilich wenn es in Wilkens Geschichte der Kreuzzüge (Arch. VI, 1 S. 178) oder in irgend einer gelehrten Scharteke gestanden hatte, die dem Finder ein Ansehn der Gelehrsamkeit geben würde, hätte sie gewiß nicht mit einem einleitenden //freilich" und einem schließenden //aber// gefehlt. Er hat es richtig in Raschi entdeckt (S. 173 A.), daß er glaubte, die Mitglieder des hohen Synedriums hätten den Zedekias von seinem Eide entbunden, eine, nach allen, zu irgend einer Zeit von den Juden für normativ gehaltenen, Schriften durchaus unjüdische Ansicht, die blos ein Zeugniß davon giebt, wie wenig man sich, trotz nothgedrungener Absonderung, von Jrrthümern der Zeit in andern Glaubensgemeinschaften frei halten kann. Er sucht in Maimonides' Abhandlung von den Schwüren und, stehe, da findet er glücklicherweise II, 12 einen Ausspruch, der ihm so zusagt: "der Eidschwur hat keine verbindende Kraft, wenn nicht Mund und Herz genau mit einander übereinstimmcn" (S. 174). Aber was heißt denn Dieses dort? Ein Eid, der nicht abgefordert, sondern als Gelübde auf sich genommen wird, wo also kein Anderer weiß, was man eigentlich geloben wollte, hat nur dann Kraft, wenn die Gesinnung Demselben zugewandt war, was der Mund aussprach, nicht' aber, wenn man irrthümlich etwas ganz Anderes aussprach, als man eigentlich im Sinne hatte. Diese Bestimmung, welche also blos ängstliche Gewissen beruhigen sollte, findet keine Anwendung auf Eide, welche abgefordert werden, bei denen man im Herzen recht gut weiß, was man mit dem Munde ausspricht, und die etwa blos im Her-