Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Kampf christlicher Theologen gegen die bürgerliche Gleichstellung der Juden
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 460 (sequence 15)
- Language
- German
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460 III. Der Kampf christl. Theologen muffen kämpfen selbst für ein Nichtvaterland, sie müssen Muth beweisen selbst für eine Sache, die ausdrücklich von der. ihrigen geschieden wird, und warum? aus reiner Menschenliebe. Nach Herrn H?s Logik ziehe ich nun den bündigen Schluß: eine Glaubensgemeinde, der man es zum Vorwurfe macht, nicht diesen hohen Grad von Uneigennützigkeit und Aufopferung für fremde Interessen zu beweisen, muß die edelsten Keime in sich schließen, da man sonst ja solche Forderungen gar nicht machen könnte. Verleumdung ist es, daß der Eid eines Juden gegen einen Christen keine verbindliche Kraft habe. Es mag wohl einen schlechten Juden von niedriger Denkungsart geben, der einmal einen solchen Schlupfwinkel sich erlaubt; aber ich wette darauf, ich stelle gegen einen solchen Juden zwanzig Christen. Herr H. hat ja als Consistorialrath auch Amtserfahrung und brauchte daher nicht blos aus "seiner eigenen Bibliothek oder den ihm zu Geböte stehenden Sammlungen, aus den Büchern, die er zu Greifswalde, Stralsund, Hamburg oder auf der Universitäts - und öffentlichen Bibliothek zu Kopenhagen" (D. orth. Jud. S. 46) benutzen konnte, zu lernen; er hätte aus dem Leben lernen sollen, und hat er es ja auch gethan, wo es in seinen Kram paßte, und erzählt er uns von seinen Bekanntschaften mit christlichen Dienstmädchen, die in jüdischen Häusern dienten (Arch. V, 2 S. 38). Warum hat er denn im Leben nicht die Erfahrung' gemacht, daß die christlichen Landleute sich vom Eide entbunden glauben, wenn sie während des Schwürens, wo sie die drei Finger der rechten Hand in die Höhe , halten, die drei Finger der linken Hand zur