Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Kampf christlicher Theologen gegen die bürgerliche Gleichstellung der Juden
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 452 (sequence 7)
- Language
- German
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452 III. Der Kampf christlicher Theologen nm Glaubensgenossen spricht, eine freimüthige Sprache, welche die Fehler bitter tadelt, ohne weiter auf die guten Seiten einzugehen, eben um das Mangelhafte zu entfernen, an ihrem Platze ist, daß aus ihr aber die Tadel- Hastigkeit der Gesammtheit zu ziehen, sehr ungeeignet ist? And ungeachtet dieser offenen Sprache, der Herr H. so manchen Stoff verdankt, wagt er zu behaupten, Besorgnisse vor schädlichen Einwirkungen rücksichtsloser Freimü- Higkeit beschränkten den Gesichtskreis der Juden (das orthod. Judenth. S. 63.). An sich zeigt diese Aussage von einer sehr cigenthümlichen Logik; denn wenn die Juden die Folge ihrer Freimüthigkeit befürchteten, so würde ja ihr Gesichtskreis nicht beengt, nur ihre Sprache kann vorsichtig werden. Daß Herr H. aber diesen Ausspruch thut, scheint blos eine seiner eiteln Launen zu sein; weil ich, dachte er wohl, aus einem jeden freien Worte so hämische Folgerungen ziehe, werden sie sich gewiß vor solchen Aeußerungen hüten, und dann habe ich wieder Gelegenheit, von ihren Täuschungen zu sprechen. Aber diese Furcht hält die Juden keineswegs zurück, wo es ihnen die Läuterung des Glaubens und die Wirkung auf ihre Glaubensbrüder gilt! Möchten nur alle christlichen Theologen mit einer. gleichen Offenheit sich über üble Sitten und ungeeignete, verwirrende Glaubensmeinungen unter ihren Glaubensverwandten aussprechen! Aber auch sie erkennen oft entweder die Gebrechen unter den Christen nicht oder wollen sie nicht rügen. Und geschieht es dennoch, wie es von vielen ehrenwerthen Männern geschieht, nun, dann wird das zu Rügende, und wohl nicht mit Unrecht, nicht als christliche Sitte, als christlicher Jrrthum dargestellt, eben weil sie und ihres Gleichen davon frei sind,