Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Grundlehren des isr. Glaubens
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 442 (sequence 7)
- Language
- German
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442 H. Grundlehren des isr. Glaubens. geradezu, es habe zwar unter den Israeliten keinen so großen Propheten gegeben, als Moses, aber wohl unter den Heiden, nämlich Bileam. Noch unhaltbarer ist die Behauptung, welche Spinoza in seinem traetatus tUeoloZico - xoliiious aufstellt, daß die Israeliten geglaubt haben, nur im heiligen Lande Gott anbeten zu müssen, im Auslande aber unter dem Schutze der an den verschiedenen Orten verehrten Landesgottheiten zu stehn. Wohl haben Dies die Heiden geglaubt. Sie leugneten die Wunderkraft des israelitischen Gottes nicht, aber sie hielten ihn für einen besonder» Schutzgott der Israeliten. Daher die Furcht, welche die Philistäer befiel, als die Bundeslade in das Lager der Israeliten kam; daher die Bitte um zwei Säcke Erde aus Palästina, welche Naeman an den Propheten Elisa richtete, als er. sich vornahm, den Gott, welchen Israel bekennt, in seiner Heü math zu verehren; daher das Benehmen der heidnischen Völker im Gebiete der vertriebenen 10 Stämme, welche Ansiedler Gott verehrten und nur nebenbei ihre Götter anbeteten. Nur Pharao sagte: Wer ist daß ich seiner Stimme gehorchen soll. Der Jsraelite hingegen dachte sich an allen Orten und zu jeder Zeit unter der Herrschaft des Einzigen, dessen Name gepriesen wird von Aufgang der Sonne, bis zu ihrem Untergang. Wenn Jakob zu seinen Söhnen vor der Rückkehr in die Heimath sagt: Entfernt die fremden Götter aus eurer Mitte, so meint er die bei der Zerstörung von Sichern erbeuteten Götzenbilder; wenn David von seinen Verfolgern sagt: Sie haben mich vertrieben vom Anschließen an Gottes Erbtheil, sagend: gehe, diene fremden