Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Grundlehren des isr. Glaubens
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 437 (sequence 2)
- Language
- German
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II. Grundlehren des ist. Glaubens. 437 Gebot lautet nicht: Es ist ein Gott, sondern: Jüdin der Herr, dein Gott, welcher rc. Willman, daß die Erkenntniß Gottes bei dem Israeliten das Ergebniß einer individuellen, innern Offenbarung sei, so haben wir nichts Erhebliches dawider einzuwenden, wenn nur die Begriffe festgehalten werden. Nur die Bemerkung haben wir noch entgegenzustellen, daß die h. S. uns ausschließlich auf das Zeugniß der sichtbaren Natur, aber an keinem Orte auf die Inspirationen des Gemüthcs verweist, nicht weil diese durchaus keine Quelle wahrer Belehrung abqeben können, worüber wir hier nicht entscheiden wollen, sondern weil sie allzuoft mit einem regellosen Spiele der Phantasie verbunden sind und dadurch zu den schädlichsten Jrrthümern führen können. 8. 18. Die Erkenntniß Gottes, wie sie sich aus einer sinnigen Anschauung der Natur ergiebt, ist indessen nicht genügend und führt, wie die Erfahrung sattsam gezeigt hat, zu verderblichen Verirrungen. Auch sind die Gefühle, mit welcher uns der Anblick der Außenwelt für die Gottheit beseelt, nicht die einer wahren Frömmigkeit, wie die, zu welcher der Jsraelite sein Gemüth erheben soll, und sie bedarf daher einer Ergänzung, die der Mystiker in seinen dunkeln Gefühlen und den Ahndungen seiner Phantasie, der Theist in dem Plane zur Erziehung der Menschheit, wie ihn der Gang der Weltereignisse entfaltet, der Jsraelite aber in den heiligen Büchern zur vollkommensten Genüge findet, welchen indessen selbst die fortwährende Offenbarung der göttlichen Weltrcgierung in den menschlichen Schicksalen überhaupt und in denen der Israeliten besonders zur unentbehrlichen Stütze dient.