Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Vertrautes Schreiben an einen Rabbi
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 434 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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434 4. Vertrautes Schreibe» za erwarten, daß der Vrfr. bei der Berührung der Ahydah,(S. 63. 64)> den ehemaligen Opferdienst aus einem mystisch - kabbalistischen Gesichtspunkte betrachten und die richtigeren und helleren Ansichten des Maimonides (Mors Neduelnm III, 32), die. auch der orthodoxe Abrabanel in dessen Vorrede zu Lev. unterstützt, mit Hinzufügung vieler Stellen aus dem Thalmud und den Midraschim, ich sage, es war porauszufehen, daß Ben-Usiel jene vernunftgemäßeren Ansichten ignoriren wird. Da wir indessen eine baldige Wiederherstellung des blutigen Opferdienstes nicht zu fürchten Haben, so wollen wir dem Vrfr. die symbolischen Spielereien, die er mit Leber und Nieren, mit Blut und Weihrauch treibt, nicht verleiden, zudem, da seine Ansichten vom Gebete, als "Gedanken- und Herzensreinigung", desto richtiger und erhabener sind. Das Gehet sei nichts weniger, sagt er, als "Rührung und verfliegende Andacht, Gcfühlsschwärmerei und Thränenerguß." Wir sind ganz dieser Meinung. Aber, guter Ben Usiel, wozu denn aber die vielen Jammerlieder und alle Mränendämme erbrechenden? Warum denn das ewige Lamentiren nach Gütern, die — wenn sie auch zu unserm Ziele gehörten — durch alles Jammern nicht zu erlangen stehen? Warum denn der Feuerlärm der Rabbiner — sogar Vierzig in Einem Tone — wenn der Ausartung unserer Andachts- und Gebethäuser Einhalt geschehen und mit denselben eine weise Umbildung vorgenommen werden soll? Warum denn ein Anathema, als wenn Israel aufs Neue das goldne Kalb anbeten wollte? O, o, Ben Usiel, wie sehr müssen unsre Synagogen umgestaltet werden. .