Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Vertrautes Schreiben an einen Rabbi
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 428 (sequence 12)
- Language
- German
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428 I. Vertrautes Schreiben fenen Fragen des fragfertigen Benjamin (Ben Oni) sollen ihre Erledigung finden. „Meinen flüchtigen Pinselstrichen (schreiben Theologen mit dem Pinsel?) ist es gelungen, schreibt Naphtali an seinen, noch vor Kurzem anti-jüdischen Correspondenten, Sie auszusöhnen mit Ihres Volkes Geschick, (das ging rasch!) ja, Sie freuen sich des (deß), trotz seiner Armuth in seiner Armuth." — Aber mein Gott, warum ist denn der, wie es scheint, so wißbegierige Freund nicht schon früher zu dieser Erkenntniß und dieser Freude gelangt? Macht denn die Bibel aus Israels Bestimmung, die demselben für alles Irdische und Glanzende, das das Glück anderer Glaubensgemeinden begründet, Ersatz und Ausgleichung sein soll, etwa ein Geheimniß? Hätte sich der zweifelnde Benjamin aus der ersten besten Bibelübersetzung —falls er das Original nicht mehr zu lesen versteht — über Israels Bestimmung, die n. a. Exod. 19, 3—6; Deut. 4, 6 — 8; 7, 6 — 7; Jesaias 6t, 6 aufs Deutlichste ausgesprochen ist, nicht ohne die „flüchtigen Pinselstriche" seines gelehrten Freundes belehren lassen können? Und ist dieses Thema in den seit 18 Jahren fortwährend erscheinenden Kanzelvorträgen von Mannheimer, Kley, Auerbach in Berlin u. a. m. nicht weit klarer und deutlicher behandelt, als in den uns vorliegenden Briefen? Lag es dem B. daran, sich über Judenthum und Israels Bestimmung aufzuklären, warum wartet er, bis BenUsi e l sich feiner erst erbarmen mußte? Und der gelehrte Naphtali selbst — warum und zu welchem Ende affectirt er eine vornehme Unbekanntschast mit den genannten Schriften? — Der Vrf. fährt fort: „Aber wenn Sie sich fühlen auf der Höhe Ihrer Berufsidee und blicken dann auf die