Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Vertrautes Schreiben an einen Rabbi
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 425 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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an einen Rabbi. 425 zublicken sich nicht scheuet. Sie müssen sich erst durch die Dornenhecken der neun ersten Briefe durchquälen, dann wird Ihnen das Räthsel gelöst. Aus der Genesis wird Ihnen sowohl die Geognosis (S. 10 — 16) als auch , die Anthropologie (S. 17 — 36) abgeleitet, dann wird Ihnen aus der Geschichte Abrahams die besondere Bestimmung des Israeliten nachgewiesen, als zu einem Volke gehörend, dem von Anbeginne die große Aufgabe gestellt war, nicht im Genuß und Wohlleben, nicht in der Pflege der Künste und Wissenschaften, sondern seine Bestimmung und Glückseligkeit in der Auffassung und der Verbreitung der reinen Lehre von dem einzigen Gotte und dessen Lehren und der daraus entstammten Pflichten zu suchen und zu finden. Und allerdings können und sollen wir im Bewußtsein einer solchen hohen Bestimmung ohne Neid und Scheelsucht auf alle diejenigen Glaubensgemeinden Hinsehen, denen ein weit glücklicheres irdisches Loos geworden; allerdings können und sollen wir in dieser unsrer hohen Bestimmung Kraft und Ersatz für die Leiden und die Unbilden finden, die uns fortwährend treffen und getroffen haben; allerdings ist: das Bewußtsein einer solchen hohen Bestimmung dazu geeignet, das Labyrinth unsers Erdenlebens zu entwirren und die dunkle Nacht unsers Schicksals zu erhellen und Antwort zu geben auf die Fragen, die an Israel und über den Zweck seiner Erhaltung gemacht werden: aber dies Alles ist schon weit gründlicher und besser und verständlicher geschrieben und gepredigt worden, ehe der fromme Ben Usiel seine Stimme erhob und auf