Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1836
- Issue
- Heft 3
- Article
- Vertrautes Schreiben an einen Rabbi
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 423 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2929020-2929026-2929030-2930476--1230-2930528- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
; an einen Rabbi. 423 storische dürfen die Gesetze (S. 8.) symbolisch z aufgefaßt werden. Dagegen hat sich der Gesetzgeber selbst deutlich genug ausgesprochen und verwahrt (Deut. 29, 28 U. 30, 11 —14). Also gerade wenn wir die Thorah „als Juden" lesen, darf von symbolischer Auffassung durchaus die Rede nicht sein, und der Leuchter und der Lisch im ehemaligen Heiligthume symbolisirt so wenig Geist und Körper, so wenig die Opferung der Nieren und der Leber die Ablegung der Genußsucht, und das Verdampfen des Unschlitts die Tödtung der Selbstsucht, die Sprengung des Blutes die Lebensweihe bedeutet (S. 63). Als moralische Spielereien mögen diese Auslegungen ihr Gutes haben; aber diese Auslegungen für Wahrheit halten — wie es unser Ben Ufiel thut —, nein, das ist kein Judenthum, und weder Sohar, noch Midrasch räumen wir die geringste Autorität ein. In einen noch größer» Widerspruch mit sich selbst geräth der Vrf., wenn er (S. 9.) seinen Correspondenten aufforvert, die Bibel zu lesen, „als-hätten wir s sie noch nimmer gelesen, nimmer davon gehört". Sollte man aber alsdann wohl in „Tauroh und Mizwaus" den tausendsten Theil von Dem finden, was (vergl. S. 60, 61, 63 u. s. f.) Ben Usiel, oder sein Organ Naphtali darin findet? Auch er bringt Vielmehr seinen Aberglauben, seine vorgefaßten Meinungen und seine mit der Muttermilch eingesogenen Vorurtheile mit und liest aus der Bibel Alles heraus, was ihm beliebt. — Wir stehen nun beim dritten Briefe und wollen ihn ebenso aufmerksam lesen. Lesen? Aber auch verstehen? Ja, das ist wahrlich nicht so leicht? Da lese ich den Anfang des dritten Briefes, der die letzte Hälfte