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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1836-01-01 · Heft 3 · p. Seite 419

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1836
Issue
Heft 3
Article
Vertrautes Schreiben an einen Rabbi
Date
1836-01-01
Page
Seite 419 (sequence 3)
Language
German
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an einen Rabbi. 419 seligkeit das Judenthum seine Bekenner führt) da von jeher Elend und Sklaverei ihr Loos war?" (S. 2). Von jeher? Hat Israel denn keine glücklichen Lage gesehen? Sind alle Blätter in seiner Geschichte mit Blut und Thränen geschrieben? Hat Israel unter I visu«, unter David und Salomo nicht auch den Hellen Morgen der Freiheit genossen? War Israel immer Sclave? Wie kann der Vrf. seinem Correspondenten die Worte in den Mund legen, daß "die Lehre Israels alle Genüsse versagt, (untersagt)" (das.), alle Lebensfreuden hemmt, das Leben zu einem Mönchsthume gestaltet? Macht es dem Vrf. so viel Freude, seinem fragenden Benjamin eine Antwort zu geben, die jeder Schulknabe, der nur einmal die Bibel in einer Uebersetzung gelesen hat, auch gebt» kann, daß, allen positiven Religionen öppvnirend,das Judenthum auf den Genuß des Lebens, dringt und was nur den Schein von Mönchsleben an sich trägt, zu verbannen sucht? Die mosaische Lehre kennt und gestattet jahraus jahrein nur Einen Buß- und Festtag; die isr. Priester dürfen und sollen die Freuden der ehelichen Liebe kennen, ja der Hohepriester darf sich nur einem jungfräulichen Weibe vermählen; von einem einsiedlerischen beschaulichen Leben ist in der Bibel gar keine Spur vorhanden; den Nasiräer, der sich blos den Genuß des Weines versagt, so wie den, der im Fasten einen Gottesdienst sucht, nennen die Rabbinen einen Sünder. Wie kann hiebei an ein mönchisches Leben nur gedacht werden? Wie konnte es dem Briefsteller auch nur einfallen , die Frage - aufzuwerfen, welche- Eroberungen im (auf dem) Felde der Wissenschaft das Judenthum erzeugt hat? Brauchte er hierüber erst bei dem S7 *

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